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1982 wurde der Jugendtreff, das heutige Freizeithaus, eröffnet. Jugendliche haben diesen Ort von Anfang an mitgestaltet. Bild: zvg

50 Jahre Jugendarbeit Worb: Ein Ort, der mit den Jugendlichen gewachsen ist

1976, 1982, 2026. Dazwischen liegen fünf Jahrzehnte, viele Generationen und eine ganze Reihe von Veränderungen. Geblieben ist die Idee, Kindern und Jugendlichen Raum zu geben. Zum 50-Jahr-Jubiläum lohnt sich deshalb ein Blick zurück – und gleichzeitig nach vorne.

Im Sommer 1976 schlossen sich die grösseren Worber Jugendorganisationen zur «Arbeitsgemeinschaft Jugendgruppen Worb», kurz AGJW, zusammen. Was damals vielleicht noch wie ein Zusammenschluss engagierter Jugendgruppen aussah, sollte sich als Anfang einer langen Geschichte erweisen. Denn die Jugendlichen wollten nicht einfach beschäftigt werden. Sie wollten einen Ort, an dem sie sich treffen konnten. Einen Ort, den sie mitgestalten konnten. Bereits 1977 hielt ein Bericht der AGJW den Bedarf nach einem öffentlichen Jugendtreff fest. Ein Jahr später forderte die Arbeitsgemeinschaft die Gemeinde ausdrücklich auf, einen Jugendtreff und eine Jugendarbeiterstelle zu schaffen. Es folgten Jahre des Planens und Verhandelns. 1980 wurde der Verein AGJW gegründet und die erste Jugendarbeitspraktikantin angestellt. Im Herbst 1981 bewilligte das Worber Parlament 100 000 Franken für die Liegenschaft am Äusseren Stalden 3 und deren Einrichtung als Jugendtreff. Die Jugendlichen halfen beim Ausbau und bei der Renovation selbst mit. Dann war es so weit: Am 30. und 31. August 1982 wurde der Jugendtreff Worb eröffnet. Ein Zeitungsartikel mit dem passenden Titel «Geburt eines Jugendtreffs» berichtete damals über den neuen Treffpunkt. Noch im selben Jahr bewilligte der Grosse Gemeinderat zwei 60-Prozent-Stellen für Jugendarbeit. Damit war etwas entstanden, das Worb bis heute begleitet.

Vom Jugendtreff zur offenen Kinder- und Jugendarbeit
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Organisation weiter. Aus der AGJW wurde 1985 der Trägerverein Jugendtreff Worb, 1996 der Trägerverein Jugendarbeit Worb. 1999 stimmten die Worber Stimmberechtigten der Neuorganisation der Jugendarbeit mit 74 Prozent zu. Seit 2000 führt der Trägerverein das Mandat für die offene Jugendarbeit der Gemeinde. Auch das Angebot wurde immer vielfältiger. Heute reicht es vom Jugendtreff über den Robi-Spielplatz in Rüfenacht und Ferienspass-Angebote bis zu Modi*Arbeit, mobiler Spielarbeit, offener Turnhalle, Jugendjobbörse, Unterstützung bei Berufswahl und Lehrstellensuche und Boulderangeboten. Im Jugendtreff können Jugendliche zudem eigene Projekte umsetzen – die Räume und die Jugendarbeitenden stehen ihnen dafür zur Verfügung. Aus dem Jugendtreff ist längst ein Ort für verschiedene Generationen geworden.

Ein 250 Jahre alter Neuzugang
Und genau hier kommt eine Geschichte ins Spiel, die auf den ersten Blick gar nicht so viel mit Jugendarbeit zu tun hat. 2025 wurde der rund 250 Jahre alte Aebersold-Spycher in Rüfenacht vor dem Abbruch gerettet. Der Trägerverein der offenen Kinder- und Jugendarbeit Worb setzte sich für seine Übernahme ein. In einer spektakulären Aktion wurde der Speicher abgebaut, per Kran auf einen Tieflader gehoben und zum Freizeithaus am Äusseren Stalden transportiert. 

Inzwischen ist klar: Der Spycher darf bleiben. Er soll Teil des neu gestalteten Aussenraums werden. Das Erdgeschoss ist als frei zugänglicher Unterstand und Aufenthaltsort vorgesehen, die oberen Geschosse sollen von der Jugendarbeit genutzt werden. Das hat etwas Symbolisches: denn der Spycher bringt ein Stück Worber Vergangenheit an einen Ort, an dem seit Jahrzehnten die Zukunft im Mittelpunkt steht. Ein Gebäude, das ungefähr ein Vierteljahrtausend Geschichte in sich trägt, bekommt eine neue Aufgabe – mitten bei einer Institution, die vor 50 Jahren aus dem Wunsch junger Menschen nach einem eigenen Raum entstanden ist.

Alte Mauern, neue Ideen
Die Räume haben sich verändert. Die Angebote haben sich verändert. Und natürlich leben Kinder und Jugendliche heute in einer anderen Welt als 1976. Aber der Grundgedanke ist erstaunlich beständig geblieben: Junge Menschen brauchen Freiräume. Sie brauchen Orte, an denen sie sich treffen können, ohne dass jeder Moment verplant ist. Sie brauchen Erwachsene, die zuhören, sie ernst nehmen und ihnen zutrauen, eigene Ideen umzusetzen. Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte hinter 50 Jahren Jugendarbeit Worb. Nicht die Geschichte eines Gebäudes. Nicht die Geschichte eines Vereins. Sondern die Geschichte von Generationen junger Menschen, die in Worb Raum bekommen haben – und diesen Raum immer wieder neu mit Leben gefüllt haben. 1976 gründeten Jugendliche und Jugendorganisationen die AGJW. 1982 öffnete der Jugendtreff am Äusseren Stalden seine Türen. Heute ist dort das Freizeithaus zu Hause. Und 2026 steht daneben ein alter Spycher, der gerade sein nächstes Kapitel beginnt. Am 17. Oktober 2026 wird das 50-jährige Bestehen der Jugendarbeit Worb gefeiert. Ein Jubiläum, das deshalb nicht nur Anlass ist, zurückzuschauen, sondern auch daran zu erinnern, dass die nächste Generation bereits darauf wartet, ihre eigenen Geschichten zu schreiben. RD

Samstag, 17 Oktober 2026, 9 – 13 Uhr 
10 Uhr Versetzen des alten Speicher auf neue Fundamente Freizeithaus Worb, Äusserer Stalden 3, 3076 Worb 
Brunch offeriert vom Trägerverein offene Kinder- und Jugendarbeit Worb (TJWO) Eintritt frei, ohne Anmeldung

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So präsentierte sich der Robi-Spielplatz in Rüfenacht 2014. Bild: zvg
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Der Robi-Spielplatz 2017 nach der Umgestaltung. Bild: zvg

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