Monika Künti hat im Flechten ihre künstlerische Handschrift gefunden. Bild: S. Künti

Atelier Worb: «Das stille Glück vom Drunter und Drüber»

Der Übergang vom Kunsthandwerk zur Kunst ist bei Monika Künti fliessend. Mit viel Experimentierfreude interpretiert die Künstlerin traditionelle Flechttechniken neu und erschafft dabei Objekte mit einer starken Präsenz. Die Ausstellung «Aus Streifen komponiert» ist vom 21. April bis zum 10. Mai in der Galerie Atelier Worb zu sehen.

Am Anfang ihrer Objekte und Flechtgebilde stehen immer uralte Flechttechniken, die sie zeitgenössisch interpretiert. «Ich wollte nie die wunderbaren Geflechte aus aller Welt kopieren, sondern suche stets nach der eigenen Umsetzung und meiner eigenen künstlerischen Handschrift.» Nebst dem seit den 1990er Jahren autodidaktisch erworbenen Wissen zu aussereuropäischen Flechttechniken waren für Monika Künti das Ethnologie-Grundstudium und die langjährige Tätigkeit als Erwachsenenbildnerin an der BFF Bern wichtige Stationen auf ­ihrem beruflichen Weg. 2000 – 2003 folgte die Lehre als Korbflechterin. Auf der Basis all dieser Erfahrung eröffnete sie 2002 im Berner Mattequartier ihre Ladenwerkstatt für Flechtwerk & Textilkunst – traditionelles Handwerk, Reparaturen, die Entwicklung von eigenständigen Produkten, freie künstlerische Arbeiten sowie Kurse waren bis 2017 die wichtigsten Schwerpunkte. 2014 und 2019 sind ihre beiden Bücher «einhängen & verschlingen» und «Aus Streifen geflochten» im Haupt Verlag erschienen.

Aus Streifen komponiert
Die Kunst von Monika Künti erzählt vom Suchen und Finden neuer aussergewöhnlicher Kombinationen von Material und Technik. Vermeintlich falsche Handgriffe und Fehler führen sie oft zu neuen Möglichkeiten verschiedene Materialien zu verbinden. Nicht nur bei den Knoten- und Flechttechniken, die sie anwendet, ist sie erfinderisch, auch beim Material, das sie verwendet. Seit längerem sind Papierstreifen aus Altpapier ihr bevorzugtes Medium, das sie zunächst zu Collagen verarbeitet und anschlies­send in Streifen schneidet, oder sie verwendet Neuseeland-Flachs, den sie selbst zieht. Mit ihrer Neugier und Experimentierlust erschafft Monika Künti nur mit dem Flechtmaterial, ihren Händen und wenigen Hilfsmitteln Objekte und Matten mit einer aussergewöhnlichen Präsenz. «Ich liebe das Langsame, das sich wiederholende, achtsame Aneinanderreihen immer gleicher Handbewegungen, das unmittelbare Dabeisein beim Entstehen von haltbaren Strukturen.» AW

Ausstellung

21. April bis 10. Mai 2026
Atelier Worb, Enggisteinstrasse 2

Vernissage
Dienstag, 21, April, 18 bis 20 Uhr

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag 14 – 19 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 13 – 16 Uhr

Die Künstlerin ist anwesend.

Mehr zu Monika Künti unter 
www.flechtwerk.ch

Mehr zur Galerie Atelier Worb unter www.atelierworb.ch

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