Zwischen Altersheim und Hirschenplatz soll eine Tempo-20-Zone entstehen. Bild: AW

Bahnhofstrasse Worb: Sicherheitsmassnahmen werden umgesetzt

Nach einem mehrjährigen partizipativen Prozess hat der Gemeinderat das Massnahmenpaket zur Verbesserung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität am 23. März 2026 genehmigt. 2027 soll es an die Umsetzung gehen.

Seit der Sanierung 2018 ist die Bahnhofstrasse ein Dauerbrenner. Insbesondere von Fussgängern und Velofahrerinnen wurde die Sicherheitslage auf diesem Streckenabschnitt mehrfach bemängelt. Zahlreiche politische Vorstösse – darunter eine Interpellation, ein Postulat, eine Unterschriftensammlung und eine Volksmotion – waren die Folge. Um möglichst breit abgestützte und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, hat der Gemeinderat 2024 eine Spezialkommission eingesetzt (WoPo 07/24). Zusammengesetzt war die Kommission mit Vertretenden aus den Bereichen Schule, Eltern, Gewerbe, ältere Generation, öffentlicher Verkehr, sowie Menschen mit Beeinträchtigung, Jugend und Anwohnenden. Die nun beschlossenen Massnahmen sehen wie folgt aus: Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird zwischen Altersheim und Hirschenplatz eine Tempo-20-Zone eingerichtet, dazu kommen zusätzliche Markierungen und Pfosten, um die Sicherheit auf dem Trottoir zu verbessern. Ebenfalls beim Altersheim wird ein neuer Zebrastreifen angebracht, dafür muss ein Parkplatz aufgehoben werden. Ebenfalls neu werden die Postautos nicht mehr über die Bahnhofstrasse fahren. Die neue Linienführung wird ab Bahnhof Worb Dorf über die Hauptstrasse in die Bernstrasse gehen. Dafür wird eine neue Haltestelle Wislepark an der Bernstrasse erstellt. Ob das eine optimale Lösung für die Hauptstrasse ist, kann in Frage gestellt werden. Mit Entsiegelungen und Begrünungen soll die Aufenthaltsqualität in der Bahnhofstrasse verbessert werden. Diese Massnahmen sollen 2027 ausgeführt werden. Die Kosten für die Verkehrsmassnahmen belaufen sich bei rund 41 000 Franken. Für die Projektierung der neuen Bushaltestelle werden 13 900 Franken aus dem Budget 2026 freigegeben. Für die Begrünung wird noch ein detailliertes Bauprojekt mit Kostenvoranschlag erarbeitet.

Abwarten bei den Pollern
Vor der Sanierung rollten täglich rund 14 000 Fahrzeuge durch die Bahnhofstrasse. Der angestrebte Zielwert von täglich 4100 Durchfahrten nach der Sanierung wurde nie erreicht. So wurden im September 2022 immer noch 5700 Durchfahrten gemessen. Nach aktuellem Strassenplan sollten die Poller an Sonn- und Feiertagen von 19.30 bis 6.00 Uhr die Strasse sperren, eine Regelung, die die Probleme auf der Bahnhofstrasse nicht löst, da der Verkehr tagsüber anfällt. Deshalb strebt der Gemeinderat eine Teilüberbauungsordnung an, um die Poller, sollten die Verkehrsmassnahmen nicht greifen, flexibel einsetzen zu können. Noch ist dieses Projekt durch Beschwerden blockiert. Wie Gemeinderat Urs Gerber sagt, steht beim Einsatz der Poller auch die Befürchtung von Anwohnenden im Raum, dass dadurch vermehrt Ausweichverkehr in den angrenzenden Quartieren aufkommen könnte. Die Debatte über die Poller, die vor einiger Zeit demontiert wurden, um Standschäden zu vermeiden, ist also noch nicht ganz vom Tisch. AW

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