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Stephan Zingg und Anita Begert-Ammon bei der Präsentation von Budget und Finanzplan. Bild: AW

Budget 2027 und Finanzplanung 2027 bis 2031: Es wird eng

In den letzten Jahren konnte die Finanzabteilung der Gemeinde Worb jeweils positivere Rechnungsabschlüsse vorlegen als prognostiziert. So glänzte die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn von rund 668 000 Franken statt einem budgetierten Verlust von rund 443 000 Franken. Damit dürfte jetzt Schluss sein.

Zwar konnte der viel zitierte Worber Investitionsstau teilweise abgebaut werden, doch die kommenden Jahre bringen einige finanzpolitische Herausforderungen mit sich. Trotzdem blicken Gemeinderat Stephan Zingg, Vorsteher Departement Finanzen, und Finanzabteilungsleiterin Anita Begert-Ammon zuversichtlich in die Zukunft.

Budget 2027
Für den allgemeinen Haushalt wird mit einem Verlust von 4,4 Millionen Franken gerechnet, das Budget 2027 schliesst somit rund 2,62 Millionen Franken schlechter ab als das Budget 2026. Dieses Defizit könne aber wegen der guten Rechnungsergebnisse in den Vorjahren durch das Eigenkapital abgedeckt werden. Die geplanten Investitionen für 2027 belaufen sich bei rund 15 Millionen. Wobei die derzeit laufende Gesamtsanierung des Oberstufenzentrums Worbboden der grösste Brocken ist. Auch der Transferaufwand erhöht sich gegenüber dem Budget 2026 um 612 296 Franken. Haupttreiber sind dabei die kantonalen Lastenausgleichssysteme. So sind die Kosten bei Sozialhilfe und Besoldung der Lehrpersonen gestiegen. Trotz der anhaltenden Bautätigkeit wird auf Seiten der steuerpflichtigen Personen mit einem deutlich geringeren Zuwachs gerechnet als in der bisherigen Finanzplanung. So sind die Einkommenssteuern um rund 1,3 Millionen Franken tiefer budgetiert als im Vorjahr. Mehreinahmen werden bei Vermögens- und Quellensteuern erwartet und auch der Steuerertrag juristischer Personen wurde nach oben korrigiert. Neben dem tatsächlichen Wohnungsbau habe man in der Vergangenheit einen weiteren Faktor zu wenig berücksichtig, und zwar die Anzahl an Personen die in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand treten. «Wir gehen davon aus, dass pro Jahr 200 Personen in Rente gehen. Das haben wir nun im Budget und der Finanzplanung miteinberechnet», führt Stephan Zingg aus. Wie sich das konkret in Zahlen ausdrückt, kann derzeit aber noch nicht gesagt werden.

Finanzplanung 2027 bis 2031
Nach wie vor hält der Gemeinderat daran fest den Investitionsstau bis Ende der Planungsperiode abzubauen. So sind von 2028 bis 2031 Investitionsvorhaben in der Höhe von 20 Millionen Franken vorgesehen. Einer der grösseren Posten wird die Gesamtsanierung der Schulanlage Sonnhalde sein. Auch bei der Wasserversorgung und der Abwasserversorgung, die über die Spezialfinanzierung laufen, sind in den kommenden Jahren weitere Investitionen in den Bereichen Netzersatz und Hochwasserschutz eingeplant und auch die Klimaanpassung wird in den kommenden Jahren einige Kosten verursachen. Sollen diese Projekte umgesetzt werden, muss die Schuldengrenze von 40 auf 70 Millionen Franken angehoben werden. Spätestens ab 2030 müssten greifende Massnahmen auf der Ausgabenseite getroffen werden, um die Schuldengrenze allmählich wieder zu senken. Andernfalls könnte eine Erhöhung der Steueranlage wieder zum Thema werden. «Wie ich immer sage, ich bin nicht gegen Investitionen. Die Frage ist halt, was können wir in welchem Jahr umsetzen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir den ‹Rank› finden werden», sagt Stephan Zingg. AW

Die vollständigen Unterlagen können auf www.worb.ch eingesehen oder heruntergeladen werden.

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