Ds blaue Tram

Als Berner Oberländerin habe ich es eigentlich nicht so mit dem ÖV. Aber seit ich in Rüfenacht wohne und das sind jetzt nun auch schon zehn Jahre, ist das schon eine sehr patente Sache. Aber, ich muss gestehen, ich bin eine ausschliessliche Tramfahrerin und mag es nicht, umzusteigen oder gar noch Bus und Tram und Zug – das geht nicht in meinen sturen Berner Oberländer Kopf. Und was man eigentlich so alles mitbekommt, in diesem Tram. Telefongespräche, Gespräche unter Mitfahrenden, Schülersorgen, Morgenmuffel, Gute-Laune-Menschen, Menschen, die mit Koffer einsteigen und zum Bahnhof fahren und wahrscheinlich in die Ferien fliegen.

Ich mag es, die Menschen zu beobachten und mir eine Geschichte auszudenken. Und so ich dann wirklich das gewünschte Tram erreiche, dann steige ich oft immer mit den gleichen Menschen ein. Routine, die beruhigt, und wenn mal jemand fehlt, macht man sich seine Gedanken. Sieht man die Person wieder, ist es fast eine Erleichterung. Ich mag es, dieses Ein und Aus, und ich mag es, wenn im Winter die Heizung volle Pulle läuft, so dass man das Gefühl hat, man müsse die Jacke ausziehen. Die Linie 6 ist gut sichtbar und einzigartig und Sie, liebe Randnotizlesenden, glauben nicht, wie oft ich schon abends im Siloah gestrandet bin und zu Fuss nach Hause laufen musste.

Was ich aber immer wieder schätze, sind die Frauen und Männer, die uns hin- und herfahren und sich schon den einen oder anderen Frust anhören mussten. Und manchmal, ja manchmal chräschelt es im Mikrofon und wenn wir über die Kirchenfeldbrücke fahren, sagt der Chauffeur: «Lueget mal dä wunderschön Morge, isch das nid beiidruckend», so mancher hebt den Kopf und schaut aus dem Tram und wagt einen verträumten Blick auf diese noch unschuldige Morgenwelt Berns. 

Und abends, wenn die Berner Oberländerin nach Hause fährt, bleibt mir oft fast der Atem weg. Diese einzigartige Bergkulisse und diese Wetterstimmungen lösen dann ehrlich gesagt schon eine gewisse Sehnsucht aus. Und das alles gibt es frei Haus mit dem Tram, so man denn den Kopf hebt.

TINA MÜLLER

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