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Spielerinnen der Femina Kickers: Meret Zaienhofer (vorne), Stefanie Kipf (mitte), Linda Bürgy (hinten). Bild: D. Kipf

Femina Kickers Worb: Vom Pioniergeist zum Cupsieg

Mit einem grossen Jubiläumsfest feiern die Femina Kickers Worb am 27. Juni 2026 ihr 20-jähriges Bestehen. Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte Vereinsgeschichte zeigt, wie sich der Frauenfussball verändert hat, welche Erfolge die Spielerinnen feiern durften – und warum der Verein heute für viele Mädchen und Frauen weit mehr als nur Fussball bedeutet.

Als die Femina Kickers Worb 2006 gegründet wurden, war Frauenfussball noch längst nicht so selbstverständlich wie heute. Früher sei Fussball oft noch als Jungendomäne angesehen worden, erinnert sich Stefanie Kipf. Die heutige Vereinspräsidentin war bereits bei der Gründung mit dabei. Der Verein entstand aus dem Wunsch nach mehr organisatorischer Eigenständigkeit. Zwar existierten beim SC Worb bereits Frauen- und Juniorinnenteams, doch viele Abläufe erforderten komplizierte Absprachen. Heute zählen die Femina Kickers rund 200 aktive Spielerinnen in zehn Teams und gelten als grösster unabhängiger Frauenfussballverein der Schweiz.

Bereits vor der offiziellen Gründung der Femina Kickers gehörten die Spielerinnen im Juniorinnenbereich zu den erfolgreichsten Teams der Schweiz. Zwischen 2001 und 2003 gewannen sie dreimal in Folge den Schweizer Juniorinnen Cup. Dazu kamen mehrere Berner Cupsiege. «Wir hatten damals eine Bombenqualität an Nachwuchs», sagt Kipf. Spielerinnen aus der ganzen Region zog es nach Worb, weil Frauenfussballangebote damals noch selten waren.

Von 2005 bis 2009 konnten sich die Worberinnen in der Nationalliga B halten, zwischen 2013 und 2021 gelang die Etablierung in der zweithöchsten Liga erneut. 2017 standen die Femina Kickers sogar in den Aufstiegsspielen zur Super League. Stefanie Kipf selbst war über viele Jahre Teil dieser Entwicklung und mehrfach Torschützenkönigin in der Nationalliga B. 

Dass Frauenfussball in der Gesellschaft heute eine andere Wahrnehmung erfährt als noch vor 20 Jahren, spürt die langjährige Spielerin deutlich. «Heute spielen Mädchen gleich selbstverständlich Fussball wie Jungs.» Die Gesellschaft sei offener geworden, auch der Respekt gegenüber Fussballerinnen habe sich verändert. Früher habe sie oft Sprüche gehört wie: «Du bist gar nicht schlecht für ein Mädchen.» 

Dass der Verein mehr als nur sportliche Erfolge vermittelt, zeigt sich im Vereinsalltag. Teamgeist, Fairness und Selbstvertrauen seien zentrale Werte, betont die 38-jährige Personalberaterin. Der Fussball verbinde Menschen unterschiedlichster Herkunft. So erzählt sie von einem syrischen Flüchtlingsmädchen, das gemeinsam mit ihrer Schwester in einem Asylheim lebt. Das Team organisierte Kleider und sammelte Geld für Fussballschuhe. «Verschiedene Nationen treffen aufeinander und teilen ein Hobby – das verbindet.» Bereits im Alter von fünf Jahren wird gelernt, mit Niederlagen und Erfolgen umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. «Das alles wird durch Spiel und Spass vermittelt.» Ein Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte folgte im Juni 2025: der Gewinn des Berner Cups. Das Finalspiel gegen den FC Langnau in Zollbrück bleibt Stefanie Kipf in besonderer Erinnerung. Nach schwierigen Jahren mit sportlichen Rückschlägen bedeutete der Cupsieg dem Verein enorm viel. «Ein Stein ist uns vom Herzen gefallen», sagt die ehemalige Stürmerin. Der Erfolg habe gezeigt, dass sich der Verein wieder auf dem richtigen Weg befinde. Das Ziel ist klar: der Wiederaufstieg in die 1. Liga. «Die 1. Liga ist heute etwas Besonderes geworden und würde den Verein nochmals attraktiver machen.» Stefanie Kipf schaut optimistisch in die Zukunft. Die Femina Kickers haben noch viel vor: Geplant sind momentan Veränderungen in der Infrastruktur des Vereins – ein Projekt, das den Mädchen moderne Bedingungen bieten soll. Stefanie Kipfs Augen leuchten, wenn sie über den Frauenfussball spricht. Ihr Engagement und das zahlreicher anderer ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ist ein Hauptfaktor dafür, dass der Verein über die Jahre hinweg Mädchen und Frauen begeistert. Und doch dürfe man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. «Wir befinden uns an einem Wendepunkt», sagt sie. Die Gleichstellung im Fussball sei noch längst nicht erreicht; es gehe in kleinen Schritten vorwärts.

Auf weitere Erfolge
Am 27. Juni 2026 lädt der Verein ab 10 Uhr zum Jubiläumstag beim Niederhaus ein. Am Morgen wartet auf die Juniorinnen ein Postenlauf mit verschiedenen Challenges. Mittags erwartet die Gäste ein gemeinsamer Pasta-Plausch, bevor Aline Guillet einen Einblick in 20 Jahre Fussballgeschichte der Femina Kickers Worb gibt. Auch «Special Guests» werden erwartet – wer genau auftaucht, verrät Stefanie Kipf allerdings noch nicht und schmunzelt nur geheimnisvoll. Am Abend klingt das Jubiläum mit Drinks, Grill und gemütlichem Beisammensein aus – open end. Der Jubiläumstag dürfte damit genau das widerspiegeln, wofür die Femina Kickers Worb seit 20 Jahren stehen: Gemeinschaft auf und neben dem Fussballplatz. JL

www.feminakickers-worb.ch

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