Geschätzte Worberinnen und Worber

Der 14. Juni hat uns gleich doppelt gefordert: National an der Urne und hier in Worb an der eigenen Gemeindeordnung. Beide Male ging es weniger um laute Bekenntnisse als um die nüchterne Frage, was unserem Zusammenleben tatsächlich dient, und beide Male fiel das Ergebnis aus Sicht der Mitte erfreulich aus.
Zur eidgenössischen Vorlage: Die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» wurde mit 54,8 Prozent Nein und einem Ständemehr deutlich verworfen. Dass die Dichte unseres Landes spürbar ist, bestreitet bei uns niemand; eine starre Obergrenze aber, die unsere bilateralen Beziehungen und ganze Branchen wie Pflege oder Gewerbe aufs Spiel setzt, wäre das falsche Werkzeug. Die Mitte hat hier nicht aus Bequemlichkeit Nein gesagt, sondern weil kluge Steuerung (!) mehr bringt als ein blosser Deckel; Wachstum will gestaltet, nicht einfach verboten sein. Gleichzeitig wurde das revidierte Zivildienstgesetz mit 52,5 Prozent angenommen. Damit bleibt der Zivildienst die begründete Ausnahme und kein verfassungsfremder «Ausweg»; ein Entscheid, der unserer Armee und unserem Bevölkerungsschutz den nötigen Bestand sichern soll und der gerade in einer unsicheren Weltlage Verlässlichkeit signalisiert. Indes zwei Vorlagen, eine Haltung also: Augenmass statt Schlagwort.
Auch der Blick vor die eigene Haustür, den ich Ihnen im letzten Politforum bereits angekündigt habe, hat uns gefreut: Künftig dürfen sich Parlamentsmitglieder bei längerer Verhinderung vertreten lassen und ein Jugendvorstoss ermöglicht jungen Worberinnen und Worbern, Anliegen direkt ins Parlament zu tragen. Das sind keine spektakulären Schlagzeilen, sondern Sachgeschäfte mit Wirkung: Wer eine Mitwirkung auch bei Krankheit, Mutterschaft oder beruflicher Verhinderung sicherstellt und wer jungen Stimmen ein echtes Gehör verschafft, stärkt unsere Demokratie genau dort, wo sie gelebt wird. Dass beide Anliegen so deutlich durchkamen, werte ich als klaren Auftrag, diese Beteiligung nun auch mit Leben zu füllen statt sie als Papiertiger zu verwalten.
Mir bestätigt dieser Abstimmungssonntag das, was mich und uns antreibt: Tragfähige Lösungen entstehen im Zentrum, nicht an den Rändern. Es ist mir nun ein grosses Anliegen, dass diejenigen, die bei der SVP-Initiative ein «Ja» in die Urne gelegt haben, nun auch spüren, dass die Dichtestress-Themen über die Vorstösse im Parlament und den Bundesrat angegangen werden. Wer zuhört, bevor er sich positioniert, kommt am Ende weiter als jene, die am lautesten rufen. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und für jede Rückmeldung; ob beim Einkaufen, am Stamm oder über worb.die-mitte.ch. Schauen wir gemeinsam nach vorne, denn in Worb bleibt genug zu tun.


Yvo Andri Hofer, Präsident Mitte Worb, Mitglied Baukommission

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