Plötzlich sind 200 Höhen­meter nicht mehr zu viel 

Seit Jahren fangen die Sommerferien der Eltern aus Wattenwil-Bangerten mit einem Brief der Gemeindeverwaltung mit einer Info zu den Schülertransporten an! Das ist nicht gerade sehr erfreulich und manchmal auch etwas belastend. 

Nun heisst es schon wieder: Der Schulbus fährt im neuen Schuljahr nicht mehr so oft, und die Kinder der 5. bis 9. Klasse sollen nun alle mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Auf einmal ist der Weg zumutbar. Die mehr als 200 Höhenmeter sind also auf einmal kein Problem mehr, und auch nicht, dass es nach Wattenwil-Bangerten kein Trottoir, keinen Radstreifen hat und dass mit Tempo 80 gefahren werden kann. Das alles ist plötzlich nicht mehr relevant. Selbst der angefragte Vertreter des Schulinspektorats kann diesen Schritt nicht nachvollziehen. 

Ist die neue Regelung umweltfreundlich? Bei schlechtem Wetter werden die Eltern aus Wattenwil-Bangerten die Kinder in die Schule bringen müssen! Für die grösseren Kinder, die den Schulbus nicht mehr benützen dürfen, braucht es zwei, drei Autos die nach Worb fahren und retour. 

Dazu kommt auch noch: Wenn der Schulbus am Mittag nach Wattenwil-Bangerten fährt, dürfen laut dem Informationsschreiben die Kinder ab der 5. Klasse nicht mit dem Bus fahren. Die Kinder brauchen mit dem Velo für die über vier Kilometer lange Strecke mit den mehr als 200 Höhenmetern bis zu 45 Minuten. Das heisst, wenn sie pünktlich aus der Schule entlassen werden, dass sie zuhause knapp 30 Minuten Pause haben. Laut VCS sollte eine Mittagspause aber 45 Minuten dauern. Nun sagen sich wohl einige: Es hat ja eine Tagesschule/Mittagstisch. Das ist für die Eltern aus Wattenwil-Bangerten keine Option, wie sich an einem Treffen gezeigt hat. Unsere Kinder haben das Glück, dass immer jemand von den Eltern am Mittag daheim ist und sie empfängt. 

Der Bevölkerung von Wattenwil-Bangerten wurde der Schulbus im Jahr 2004 zugesprochen, als das Schulhaus geschlossen wurde. Eine Auflage hatte geheissen, dass der Bus nur verkehrt, wenn ihn mindestens vier Kinder benützen. Aktuell fahren bis zu 16 Schülerinnen und Schüler nach Worb und mittags und abends wieder heim nach Wattenwil-Bangerten. Eine Begründung, warum die Regelung des Schülertransports geändert werden soll, steht im Informationsschreiben übrigens nicht. 

Deborah Zürcher

Deborah Zürcher, 
Mitglied GGR, (parteilos)

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