2609_OeME-Kommission
Für Hans Bernhardt zählt das Zwischenmenschliche. Bild: AW

Reformierte Kirche Worb: «Ich lebe im Zwischenmenschlichen»

Jeden September ist der Hinweis auf die Herbstsammlung als Beilage in der Worber Post. Was bisher nicht im Vordergrund stand, waren die Menschen, die hinter dieser Sammlung stehen. Zeit das zu ändern. Hans Bernhardt gibt Auskunft über die OeME-Kommission und seine Motivation.

Hilfsorganisationen und NGO’s  (Non-Governmental Organisation) geraten zunehmend unter Druck, immer mehr Regierungen weltweit kürzen Entwicklungsgelder, was langjährig erfolgreiche Projekte im globalen Süden gefährden kann. Mit der Herbstsammlung versucht die OeME-Kommission der reformierten Kirche Worb dies etwas abzumildern. OeME steht für Ökumene, Migration (Mission) und Entwicklung; eine Einrichtung die es in vielen reformierten Kirchgemeinden gibt. In Worb fungiert diese Kommission als beratendes Gremium für die Kirchgemeinderäte. «Man kann die OeME mit einem Think Tank vergleichen», wie Hans Bernhardt ausführt. Der Ostschweizer hat eine interessante Laufbahn hinter sich. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er zunächst in einer Bank, wechselte in die Hotellerie und liess sich schlussendlich zum Sozialarbeiter ausbilden. 20 Jahre war er im Strafvollzug als Sozialarbeiter tätig, mittlerweile ist er pensioniert. «Ich habe gelernt mit widersprüchlichen Situationen umzugehen, aber vor allem habe ich gelernt mit allen freundlich zu sein und mein Gegenüber wertzuschätzen», so Bernhardt. Für ihn findet das Leben im Zwischenmenschlichen und Lokalen statt, da, wo man aus seiner Sicht auch Lösungen für die meisten Probleme findet. Der OeME-Kommission gehört er seit fünf Jahren an, sieht man seinen Werdegang, kann das kein Zufall sein. «Tatsächlich wurde ich von einem Pfarrer angefragt, ob ich beitreten will. Vor allem bin ich aber dabei, weil ich mich für Menschen interessiere. Beruflich hatte ich es mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun, das gefällt mir. Zudem bin ich auch mit dem Asylwesen vertraut.» Alle zwei Monate trifft sich die Kommission, die aus einem Pfarrer, einer Kirchgemeinderätin, die das Gremium präsidiert, einer Sozialdiakonin sowie sechs Laien zusammengesetzt ist. Bei diesen Treffen wird entschieden, welche Organisationen berücksichtigt und wie die Spendengelder verteilt werden. Im Unterschied zur Glückskette, die im Bereich der Nothilfe sammelt, konzentriert sich die OeME K auf langjährige Projekte die z. B. in der Landwirtschaft oder der Gesundheitsförderung tätig sind. Ein Vorwurf, der immer wieder geäussert werde, ist, dass die Gelder hauptsächlich ins Ausland fliessen. «Von meinem Standpunkt als Sozialarbeiter sehe ich es so: Wir geben das Geld jenen, die es wirklich brauchen. In der Schweiz haben wir vieles über staatliche Mechanismen geregelt. Im Moment beobachten wir, dass erfolgreiche Entwicklungsprojekte unter die Räder kommen, weil in der Entwicklungshilfe gespart wird. Bei uns im Gremium sind wir offen für Vorschläge und wir freuen uns auch immer über neue Köpfe, die mit anderen Ideen kommen.» Wer die Beilage in dieser Ausgabe der Worber Post anschaut, sieht, dass die OeME-Kommission die Balance sucht. So wird dieses Jahr neben dem Hilfsfonds der Kirchgemeinde Worb und dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen (HEKS), auch für die Dargebotene Hand und die Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern gesammelt. Wie Hans Bernhardt versichert, werden die Spenden vollumfänglich an die aufgeführten Organisationen ausgezahlt. Gutes tun tut gut und oft kann man auch mit wenig viel Gutes tun. AW

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