Auf der Bühne nimmt Bubi Rufener kein Blatt vor den Mund. Bild: zvg

Rossmarie Richigen: Es «chlepft, tätscht und füdelet» wieder

Nach längerer Pause steht Bubi Rufener mit seiner Band «Bubi Eifach» wieder auf der Bühne – und zwar in der Bar-Lounge «Rossmarie» in Richigen. Dafür unterbricht er sogar seine bewusst gewählte Auszeit. Das Konzert verspricht bewährte Songs, direkten Berner Rock’n’Roll und einen Künstler, der nur noch macht, worauf er wirklich Lust hat.

Am 27. März 2026 um 20.00 Uhr wird es laut, direkt und ehrlich in der Rossmarie. 
Zunächst wollte Bubi Rufener die Konzertanfrage allerdings ablehnen. Nach der letzten Platte «Schön gits Euch» (2022) spürte er, dass es Zeit war, Abstand zu gewinnen und neue Energie zu sammeln. Ein Privileg, dessen er sich bewusst ist. Dass er sich diesen Freiraum leisten kann, hängt auch mit dem Job des Musikers zusammen. Seit drei Jahrzehnten leitet Rufener mit viel Herzblut die CONTACT-Anlaufstelle für Drogenabhängige in Bern. Bubi Rufener ist nicht darauf angewiesen, Trends zu bedienen oder jede Gelegenheit zu einem Auftritt anzunehmen. Stattdessen spielt er nur dort und das, worauf er wirklich Lust hat. Lieber verzichtet er einmal mehr, als sich dem Markt oder Erwartungen zu beugen. Und so sagte Bubi am Ende doch zu. Eine etwas abgelegene «Landbeiz», die sich heutzutage noch traut, Kultur zu veranstalten und Konzerte zu organisieren – das wollte er unbedingt unterstützen. «Die Anfrage hat mich gefreut», erklärt der Entertainer. 
Dass Bubi heute Mundart singt, ist nicht selbstverständlich. Früher waren seine Bands englischsprachig. «Hinter Englisch kann man sich besser verstecken. Mundart ist direkt. Die Leute verstehen, was du meinst.», erklärt der Berner. Als er später eher zufällig einen Song im Dialekt schreibt, wird genau dieser zum Grundstein seiner Mundartkarriere. Was als Wagnis beginnt, wird zur Befreiung. Die Mundart habe ihn regelrecht beflügelt. Heute ist der quirlige Berner dafür bekannt, auf der Bühne kein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Was unterscheidet Bubi Eifach von anderen Berner Bands? Rufener lacht. «Wir sind älter.» Dann wird er ernst: «Wir nehmen uns nicht so wichtig. Aber wir nehmen die Musik wichtig.» Exzessives Proben gehört nicht zum Konzept. Eine gewisse Gelassenheit prägt die Band. Diese Haltung spürt man auch live. Obwohl Rufener privat als freundlich und unkompliziert beschrieben wird, darf es auf der Bühne «chlepfe, tätsche und füdele». Energie, Direktheit und Spontaneität sind Programm. Der Bandname ist dabei bewusst gewählt. Bubi ist kein Fan von komplizierten Arrangements und musikalischem Firlefanz. Echter, roher Indie-Rock ist es, wofür die Band steht. «Wir gehen zusammen mit den Menschen auf eine Reise.»
Im Herbst 2026 soll ein neuer Song erscheinen, 2027 ist ein Album geplant. «Wie genau es weitergeht, schauen wir», sagt der gelernte Buchhändler. Was Bubi unbedingt noch loswerden will, kommt sofort: «Unterstützt Kultur. Unterstützt Landbeizen. Unterstützt Menschen, die innovativ sind.» Und dann schiebt er mit einem Augenzwinkern nach: «Netflix ist für Langweiler.»

Von Einfall zu Abenteuer
Helene und Roland Bieri, das Betreiberpaar der Rossmarie, überrascht stets mit neuen kulturellen Highlights. Die beiden Einheimischen haben eine Vorliebe dafür, sich kopfüber in neue Gewässer zu stürzen. «Wir sind immer noch Grünschnäbel», gibt Bieri offen zu. Mit jedem Anlass lerne man dazu. Technik, Organisation, Abläufe – vieles müsse sich erst einspielen. Die Rossmarie liegt nicht im Zentrum. Wer hierherkommt, entscheidet sich bewusst dafür. Die Bieris setzen deshalb auf Vielfalt: Pubquiz, Brunch, Konzerte, Mottopartys – und neu sollen auch Comedians auftreten. Ziel ist es, ein lebendiges Kulturzentrum für die Gemeinde zu schaffen. Auch mit dem Engagement von Bubi Eifach beweist die Rossmarie einmal mehr: langweilig geht anders. JL

Infobox:

Freitag, 27. März 2026 

Türöffnung: 18 Uhr 
Konzertbeginn: 20 Uhr 

Preis: 25.–

Tickets unter www.eventim-light.com oder www.rossmarie.ch

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