Sportzentrum Worb AG: Neustart nächstes Jahr

Das Wisle-Beizli blickt auf die erste Saison unter externer Führung zurück. Obwohl die neue Lösung finanziell als Erfolg gewertet wird, wird der Pachtvertrag für die Wintersaison nicht erneuert. Im Wisle-Beizli wird in der Wintersaison wie im Vorjahr ein reduziertes Gastroangebot unter der Geschäftsführung von Matthias Horvath angeboten.

Die Sportzentrum Worb AG hatte für die Badesaison 2026 bewusst auf eine externe Partnerschaft mit lokalen Wurzeln gesetzt. Die Crafthouse GmbH übernahm den Betrieb des Wisle-Beizlis vorerst für die Sommersaison, operativ unter der Leitung von Chris Schrenk. Das Konzept sollte unterschiedliche Bedürfnisse abdecken: Am Morgen setzte man auf Selbstbedienung, über Mittag auf einen klassischen Badi-Betrieb. Für Geschäftsleitungsmitglied Thierry Fuhrer hat sich dieser Ansatz grundsätzlich bewährt. «Insgesamt ziehen wir eine positive Bilanz», sagt er. Die Aufgabe, aus einem defizitären Konzept ein profitables zu gestalten, sei gelungen. Der Sommer sei über weite Strecken rund gelaufen und das Angebot habe ein breites Publikum angesprochen. Besonders die Kaffee-Selbstbedienung ab 8 Uhr sei von Frühschwimmerinnen und Frühschwimmern sowie von wiederkehrenden Gästen gut angenommen worden. Ganz ohne Schwierigkeiten verlief die Saison allerdings nicht. Fuhrer bezeichnet sie auch als Saison des Lernens. Die grösste Herausforderung seien die Mittagsspitzen bei schönem Wetter gewesen, wenn innert kurzer Zeit sehr viele Gäste zu bewirten waren. Auch kurzfristige Wetterumschwünge hätten die Personalplanung erschwert. Zusätzlich fiel der Geschäftsführer bereits früh in der Saison aus gesundheitlichen Gründen aus. Dies habe teilweise zu personellen Engpässen, Unstimmigkeiten und Wartezeiten geführt. Bei den internen Abläufen und insbesondere während der Mittagsspitzen sieht Fuhrer denn auch noch Optimierungspotenzial. Die Kommunikation zwischen Verpächter und Vertreiber verlief aufgrund des Betriebsleiterausfalls nicht immer rund und führte zu Spannungen im operativen Geschäft. Bei den geplanten Veranstaltungen fällt die Bilanz negativ aus. Das Eventgeschäft habe in dieser Saison nicht funktioniert, sagt Fuhrer. Veranstaltungen, die hauptsächlich auf Vorreservationen ausgerichtet waren, stiessen auf wenig Interesse und mussten mehrheitlich abgesagt werden. «Eine Badi bleibt eine Badi und ist kein Eventbetrieb», lautet sein Fazit.

Nicht alles lief rund
Marc Stucki, Verwaltungsratspräsident der Sportzentrum Worb AG, zieht derweil eine differenzierte Bilanz. Durch die externe Lösung entfielen insbesondere Personal- und Warenaufwand, weshalb auch Stucki von einem Erfolg in finanzieller Hinsicht spricht. Beim Wislepark und der Gemeinde gingen laut Stucki jedoch Beschwerden von Gästen ein. Genannt wurden insbesondere lange Wartezeiten und kalte Speisen. Das Wisle-Beizli wird für 2027 erneut zur Pacht ausgeschrieben. Welche Lösung im kommenden Sommer zum Zug kommt, ist damit noch offen. Unklar ist auch, wie sich der Betrieb ausserhalb der Badesaison entwickelt. Die Idee, das Badi-Beizli auch im Herbst und Winter stärker zu beleben, wurde vorerst auf Eis gelegt. In den kommenden Herbst- und Wintermonaten soll das Lokal stattdessen wie bisher mit einem reduzierten Gastroangebot betrieben werden, das auch auf die Bedürfnisse der Vereine eingeht. Verantwortlich dafür ist weiterhin der Wislepark unter Geschäftsführer und Wirtepatent-Inhaber Matthias Horvat.

Für die Crafthouse GmbH bleibt trotz der Kritik die grundsätzliche Überzeugung bestehen, dass das Beizli mit dem gewählten Modell funktionieren kann. «Wir wünschen uns, dass sich das Wisle-Beizli als fixer Bestandteil des Sportzentrums weiter etabliert», sagt Fuhrer. Ein klassischer, bedienter Restaurationsbetrieb sei an diesem Standort seiner Meinung nach betriebswirtschaftlich nicht zu führen. Trotz aller Herausforderungen blickt die Crafthouse GmbH dankbar auf die Saison zurück und bedankt sich herzlich beim gesamten Team. Dessen grosses Engagement habe massgeblich dazu beigetragen, den Sommer trotz des frühen Ausfalls des Betriebsleiters bestmöglich zu bewältigen. JL

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