Umfahrung Worb

Spange Süd, Spange Nord, Spange West – wer erinnert sich noch?  Dabei handelte es sich um Planungsinforationen aus der Zeit  der Realisierung der Worber Umfahrung. Mit diesen Angaben wurde unter anderem die Worber Bevölkerung über die Planung und den Stand der Bauarbeiten orientiert.
Wie rasch doch die Zeit vergeht. Bereits seit über einem Jahrzehnt lebt die Worber Bevölkerung mit der Umfahrungsstrasse, die nach jahrelangen politischen Debatten, Abstimmungen und  finanziellen Diskussionen im Jahr 2015 realisiert wurde.
Ich ziehe eine persönliche Bilanz über die Vor- und Nachteile der Umfahrung. Sind die Befürchtungen der Opposition eingetroffen? Haben sich die Hoffnungen und Wünsche der Befürworter erfüllt? Meine Beurteilung: Die Worberinnen und Worber sind mit der heutigen Umfahrung grundsätzlich zufrieden
Der wohl grösste Pluspunkt besteht darin, dass der Durchgangsverkehr aus dem Ortskern verlagert wurde. Weniger Lärm im Dorf Worb, weniger Abgase, mehr Sicherheit für Fussgänger, Schulkinder und Velofahrer sind die Folge.
Die Verkehrsberuhigung hat Worb als Wohnort attraktiver gemacht. Die Lebensqualität hat sich wesentlich verbessert: Cafés, Läden, Restaurants und Coiffeur-Salons profitieren davon, dass dort, wo früher Autokolonnen rollten, wieder mehr Raum für die Menschen entstanden ist. Für viele Bewohner bedeutet die Umfahrung fast ein Stück zurückgewonnene Lebensqualität.  
Nun möchte ich jedoch auch die andere Seite beleuchten und auf einige   Probleme hinweisen. Ganz ohne Wermutstropfen ist die heutige Situation nämlich nicht. Die Bernstrasse wird leider immer noch recht häufig befahren, speziell am Abend. Woran liegt es?
Der Arbeitsweg kann trotz der eingebauten Hindernisse auf der Bernstrasse teilweise zeitlich verkürzt werden. Dies führt auch dazu, dass Geschwindigkeitssignale missachtet werden, zumal dies nur selten kontrolliert wird. Das Signal «20 km/h» beim Sternenplatz ist  zudem vor allem der älteren Generation nicht immer vertraut und führt gelegentlich zu Unsicherheiten.
Ein weiterer möglicher Grund für die teilweise geringe Nutzung der Umfahrung könnte sein, dass gewisse Autofahrerinnen und Autofahrer Tunnelstrecken meiden, besonders nach den kürzlich bekannt gewordenen Tunnelunfällen. 
Der Kreisel bei der Migros gehört zu den am häufigsten beanstandeten   Punkten im Zusammenhang mit  der Umfahrung Worb. Die heutige Situation ist bei weitem nicht optimal. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer kennen jedoch die Gründe nicht, weshalb vor rund zehn Jahren eine bessere Lösung nicht realisiert werden konnte. Eine offizielle Informations- und  Aufklärungsrunde über die damaligen Schwierigkeiten und Rahmenbedingungen könnten vielen die Augen öffnen und zu einem besseren Verständnis der heutigen Verkehrssituation beitragen. 
Einige Dörfer entlang der Bern-Luzernstrasse werfen einen neidischen Blick auf Worb, bei ihnen liegen die Pläne für eine Umfahrungsstrasse  noch in der Schublade. Wir Worberinnen und Worber können durchaus stolz sein: Trotz Schwierigkeiten haben wir ein notwendiges und zukunftsträchtiges Projekt realisiert.

HansBeck

Hans Beck 

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