Vis-à-vis mit Hans Vogt, Beleuchtungs-Visionär 

Wenn man in der Adventszeit in der Umgebung Rüfenacht unterwegs ist, kann es ganz gut sein, dass man von einem Beleuchtungsspektakel verzaubert wird. Haus und Hof von Hans Vogt sind mit Lichterketten geschmückt und schon von weitem sieht man das warm erleuchtete Gebäude als Kontrast zu der Jahreszeit, in der die Tage kurz – und die Nächte lang sind. 
«Vor gut fünf Jahren haben wir damit angefangen, damals war es ‹nur› der Garten. Licht und Beleuchtungen haben mich schon immer fasziniert, es macht die Welt ein bisschen freundlicher und manchmal kann es jemandem den Tag versüssen, ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Also hatten wir die Idee, die Beleuchtung auszubauen. Wir sind ein Trio, Dominic, mein Sohn, und Philipp Liniger, unser Mieter, der auch in dem Haus wohnt. Die Beleuchtung des Hauses ist also sozusagen ein Gemeinschaftsprojekt von uns dreien. Philipp hat eine Landmaschinen-Firma, das kam uns gerade gelegen. Wir konnten von ihm eine Hebebühne benutzen, um die Lichterketten am Haus zu befestigen. Alleine und ohne sichere Hilfsmittel wäre das gar nicht möglich. Im ersten Jahr hatten wir noch billiges Material, das hat aber nicht lange gehalten. Wir haben dann neue Lichterketten in der Landi gekauft, das sind jeweils elf Meter lange Elemente, die man problemlos miteinander verbinden kann. Einmal hat der liebe Marder eins der Elemente angefressen, da die neuen Kabel grob sind und sie sich somit leichter reparieren lassen, konnten wir das defekte Teil wieder in Ordnung bringen. Die Lichter kann man jeweils über die Adventszeit bewundern – meist ungefähr ab dem 1. Advent bis zum Dreikönigstag. Wir machen auch jedes Jahr ein Adventsfenster, das jeweils viele Leute auf den Hof bringt; da gibt es Chäsbrägu, Kürbissuppe und Glühwein. Wir rechnen meistens mit zwischen 50 bis 70 Menschen, die vorbeikommen und teilweise auch einige Stunden bei uns verweilen. Das Event ist öffentlich, alle sind willkommen. 
Wenn ich nicht gerade mit der Beleuchtung beschäftigt bin, findet man mich meistens bei der Arbeit. Ich bin selbständig mit meiner Hauswarts-Firma «Liegenschaftsdienst H. Vogt», mit der wir in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feiern durften. Seit 2018 ist mein Sohn Dominic mit dabei, was wunderbar funktioniert. Gerade in den Wintermonaten haben wir sehr viel zu tun, besonders dann, wenn es schneit oder der Boden gefriert. Wir müssen dann jederzeit parat sein auszurücken. Aber auch in den anderen Jahreszeiten fehlt es uns nicht an Arbeit, da wir zahlreiche Liegenschaften betreuen, bis hin nach Münsingen. Unsere Arbeit und der Einsatz, den wir leisten, wird sehr geschätzt und immer wieder entstehen sehr interessante Gespräche und Begegnungen.
«Und wie steht es um die Erholung?», möchte ich wissen.
«Ab und an nehme ich mir zusammen mit meiner Lebenspartnerin Franziska ein verlängertes Wochenende irgendwo, wo es uns gefällt. Einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen ist eben schon auch wichtig. Längere Ferien liegen aber bei uns nicht drin, da käme ich zu sehr ins Hintertreffen mit allen anstehenden Aufträgen. Mal eine Woche geht noch grad so, manchmal arbeiten wir dann mit einem Putzinstitut zusammen, damit alles erledigt wird, was erledigt werden muss. Und Betriebsferien kommen schon gar nicht in Frage.»
Auf meine Frage, was die Pläne sind mit der tollen Adventsbeleuchtung, erhellt mich Hans Vogt nur am Rande: «Wir haben schon noch eine Vision, was wir gerne noch weiter ausbauen würden. Das ist aber noch nicht spruchreif.»

Aufgezeichnet von
RAHEL VON DER DECKEN

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