Worb: Mobil, sicher und fair – ein Plädoyer für ein ausgewogenes Miteinander von Velo und Auto

Worb wächst – und mit ihm die Vielfalt der Mobilität. Mehr Velofahrende und E-Biker sind eine positive Entwicklung. Jede Initiative, die den Langsamverkehr attraktiver und sicherer gestaltet, liegt mir am Herzen. Denn wer entspannt und ohne unnötige Risiken auf zwei Rädern unterwegs ist, trägt massgeblich zur Lebensqualität unserer Gemeinde bei. Gut ausgebaute Velowege, sichere Querungen und genügend Abstellmöglichkeiten sind keine Luxusausgaben, sondern wertvolle Investitionen in unser aller Wohlbefinden.
Mit Sorge beobachte ich jedoch die zunehmende Tendenz zu immer mehr und restriktiveren Tempo-30-Zonen. Während solche Massnahmen in reinen Wohnquartieren (wie beim Langenloh-Quartier) mit vielen Kindern sinnvoll sein können, stösst eine flächendeckende Einführung – auch auf Hauptachsen ohne klare Unfallschwerpunkte – an Grenzen (Beispiel: neue Umfahrungsstrasse Münsingen).
Sicherheit hat oberste Priorität. Studien zeigen aber: Nicht jede Temporeduktion senkt die Unfallzahlen automatisch. Wichtiger sind klare Markierungen, gute Sicht, durchdachte Infrastruktur und vor allem gegenseitige Rücksichtnahme. Übermässige Verlangsamung riskiert Frustration, Verkehrsverlagerung in Nebenstrassen und riskanteres Fahrverhalten.
Als Freisinniger setze ich mich für eine ausgewogene Mobilitätspolitik ein:
Ja zur gezielten Förderung des Veloverkehrs, wo es sinnvoll ist (z. B. separate Radverbindung Worb Dorf – Worb SBB).
Ja zu Massnahmen, die die Sicherheit nachweislich erhöhen, besonders zum Schutz von Kindern, Senioren und Fussgängern.
Nein zu einer einseitigen Politik, die den motorisierten Verkehr systematisch benachteiligt.
Viele Worber sind auf das Auto angewiesen – für Arbeit, Einkauf, Kindertransport oder als Gewerbetreibende. Übermässige Regulierungen und Umwege schaden Pendlerinnen, Familien und Betrieben und mindern langfristig die Attraktivität der Gemeinde.
Ich plädiere für Verhältnismässigkeit und Pragmatismus statt Ideologie. Velofahrende sollen sicher und bequem unterwegs sein, Autofahrende nicht unnötig behindert werden. Nur ein faires Miteinander macht Worb lebendig, wirtschaftlich stark und attraktiv für alle Generationen. Xeno Wyss,


Mitglied Bildungskommission, Vorstand FDP Worb

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