Zusammen mit Monika Straub (nicht auf dem Bild) bietet Christine Lüdi Raum für das freie Spiel. Bild: S. Mathys

Worber Vereine: Mehr Raum fürs freie Spiel

Neu finden die Angebote des Vereins «d’Spilerei» in lichtdurchfluteten, grösseren Räumlichkeiten der «Wäbi Worb» statt. Der Umzug eröffnet der Spilerei neue Möglichkeiten, ihre pädagogische Arbeit mit Kindern und Eltern weiterzuentwickeln.

Ende 2017 gründeten Christine Lüdi und Monika Straub die «Spilerei» in Worb. Aus dem gemeinsamen Wunsch heraus, ihr breites pädagogisches Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben, entstand die Idee, einen Ort für Kinder zu schaffen, an dem eine achtsame Haltung im Zentrum steht. So entwickelte sich ein Angebot, das aus dem Worber Familienalltag kaum mehr wegzudenken ist. Während ihrer Ausbildung in Pikler®-Pädagogik nahm die Vision der Gründerinnen Gestalt an, und kurz darauf öffnete der Verein in der alten «Moschti» Worb seine Türen. Seither ist das Angebot der «Spilerei» vielfältig gewachsen. 
Im SpielRaum treffen sich Kinder in altersnahen Gruppen. Während sie in einer vorbereiteten Spiel- und Bewegungslandschaft aktiv sind, sitzen die Eltern am Rand des Raumes und beobachten ruhig. Sie greifen nicht ins Spiel ein, sondern erleben ihr Kind bei seinen Entdeckungen. Viele Eltern beschreiben diese Zeit als entschleunigend und stärkend. 
Auch in der Spielgruppe liegt der Fokus auf freiem Spiel, Bewegung und Beziehung. Die Eingewöhnung erfolgt behutsam und im Tempo des Kindes, gemeinsam und in Absprache mit Mutter oder Vater. Gemeinsame Znüni-Momente in kleinen Tischgemeinschaften fördern soziale Erfahrungen und Sprachentwicklung. Die Kinder lernen, ihre Wünsche und Ideen mitzuteilen, mit Frustrationen umzugehen und Konflikte zu lösen. Neu stehen in den Gruppen zwei Bezugspersonen zur Verfügung, sodass auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen oder sprachlichen Herausforderungen adäquat begleitet werden können. Mit Mechthilde Nauen konnte eine ausgebildete Erzieherin und Pikler-Pädagogin gewonnen werden. Bei Abwesenheiten übernimmt Sarah Mosimann, ebenfalls Fachangestellte Betreuung und Pikler-Pädagogin, die Vertretung.

Platz fürs Spielen und Wachsen
Die pädagogische Arbeit der «Spilerei» basiert auf der Pikler®-Pädagogik. Emmi Pikler, eine ungarische Kinderärztin, beschäftigte sich intensiv mit der frühen Entwicklung von Kindern. Ihre Ansätze prägen weltweit moderne Konzepte für Kita, Spielgruppen und Eltern-Kind-Angebote. Im Mittelpunkt steht das selbstbestimmte Spiel: Kinder dürfen ihrer Neugier folgen, ausprobieren und entdecken. Dabei kommen bewusst ausgewählte, sogenannte offene Materialien zum Einsatz – einfache Gegenstände ohne feste Funktion, die je nach Fantasie der Kinder immer wieder anders genutzt werden können. Ebenso wichtig ist die freie Bewegungsentwicklung: Kinder bewegen sich aus eigenem Antrieb und in ihrem eigenen Tempo. Statt einzugreifen, schaffen die Erwachsenen eine sichere Umgebung, in der Kinder Vertrauen in ihren Körper entwickeln können. Ein weiterer Grundstein ist die Beziehung zum Kind: Eine achtsame, respektvolle Begleitung und echte Zuwendung vermitteln dem Kind Sicherheit und stärken es nachhaltig. 
Die neuen Räumlichkeiten in der «Wäbi Worb» sind deutlich grösser. Dadurch konnten die Angebote ausgeweitet werden: Die Spielgruppe findet an Dienstag- und Mittwoch- Vormittagen statt, die Gruppengrös-se wurde von sechs auf acht Kinder erhöht, und die Atmosphäre wird durch die neuen Platzverhältnisse als ruhiger erlebt. Gleichzeitig erlaubt der grössere Abstand zwischen Eltern und Kindern im SpielRaum den Kindern mehr Vertiefung ins eigene Spiel. Bis Sommer 2025 gehörte auch ein Sandraum zum Angebot. Dieser wird derzeit nicht angeboten, ein Raum von 25–30 Quadratmetern wird gesucht, um ihn im Herbst 2026 hoffentlich wieder zu öffnen. JL

Weitere Informationen zum Angebot unter:
www.spilerei.ch

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