Zwischen Räppli und Verantwortung – was die Fasnacht mit Gemeindepolitik verbindet! 

Wenn in Worb die fünfte Jahreszeit beginnt, wird getrommelt, gesungen und pointiert kommentiert. Die Fasnacht ist bunt, kreativ und manchmal auch ein wenig chaotisch. Wer genau hinschaut, erkennt darin erstaunlich viele Parallelen zur Politik – insbesondere zu jener, die auf Eigenverantwortung, Engagement und gesunden Menschenverstand setzt.
Fasnacht entsteht nicht per Verordnung. Sie lebt vom freiwilligen Einsatz unzähliger Menschen: Vereine organisieren Umzüge, Einzelne investieren Freizeit in Kostüme und Wagen, Musikerinnen und Musiker proben monatelang. Es ist dieses selbstbestimmte Engagement, das unsere Dorfgemeinschaft stark macht. Genau darauf baut auch eine liberale Politik: auf Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen, statt auf immer neue Reglemente aus dem Gemeindehaus.
Auch die Organisation gleicht sich. Hinter einem gelungenen Umzug stehen Planung, Budgetdisziplin und klare Zuständigkeiten. Wer einmal einen Fasnachtswagen finanziert hat, weiss: Ohne solide Kalkulation geht es nicht. Dasselbe gilt für die Gemeindefinanzen. Begeisterung ist wichtig – doch am Ende müssen die Zahlen stimmen. Nachhaltigkeit bedeutet hier wie dort, nur so viel auszugeben, wie man auch verantworten kann.
Und dann ist da noch der Humor. Schnitzelbänke halten uns mit spitzer Feder den Spiegel vor – sei es bei Bauprojekten, Verkehrsfragen oder hitzigen Debatten. Diese Form der Kritik ist wertvoll. Sie erinnert uns daran, dass Politik den Menschen dienen soll und nicht sich selbst. Wer politische Verantwortung trägt, sollte Kritik nicht fürchten, sondern als Ansporn verstehen, besser zu werden.
Schliesslich verbindet Fasnacht und Gemeindepolitik eines ganz besonders: der Gemeinschaftssinn. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu – wie schiefe Töne bei der Guggenmusik. Entscheidend ist, dass am Ende ein harmonisches Ganzes entsteht. Dafür braucht es Dialogbereitschaft, Respekt und die Überzeugung, dass Freiheit und Verantwortung zusammengehören.
Vielleicht sollten wir uns also öfter daran erinnern, was die Fasnacht, im Übrigen auch jeder beliebige Verein, jedes Jahr aufs Neue beweist: Wenn Menschen freiwillig anpacken, kreativ sind und Verantwortung übernehmen, entsteht etwas, das weit über Konfetti hinaus Wirkung zeigt. Genau diesen Geist braucht auch unsere Gemeinde – nicht nur in der fünften Jahreszeit.

Stucki Daniel

Daniel Stucki,
Fraktionspräsident FDP, Mitglied Parlament

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