Kein Weihnachtsgeschenk für Worb

Der Finanzplan 2023–2027 zeigt ein düsteres Bild der Worber Finanzen. Die Steuereinnahmen steigen trotz Bautätigkeit nur moderat und die Kosten explodieren. Schon 2026 sind die Reserven aufgebraucht. Das Ziel sei, wenigstens die Steueranlage 1.70 halten zu können.

Wenn man nach Ursachen sucht, stösst man rasch auf erstaunliche Zahlen, welche ohne Begründung dem Parlament zur Kenntnisnahme vorgesetzt werden: Der Umbau des Schulhauses Worbboden wird plötzlich als Gesamtsanierung mit 19 Mio. anstatt der im Vorjahr zur Kenntnis genommenen 13,15 Mio. aufgeführt, die laufenden jährlichen Kosten für den Worbboden explodieren von 0,6 Mio. auf rund 1,36 Mio. Auch der Lastenausgleich des Kantons zeigt bedrohlich nach oben, namentlich bei den Lehrergehältern. Vergeblich sucht man in den Unterlagen nach Erklärungen für diese krassen Ausreisser.

Es ist der FDP klar, dass der Finanzplan aufzeigen soll, wohin die Reise geht, und dass jeder Einzelkredit vom Parlament genehmigt werden muss. Jedoch heisst Kenntnisnahme ohne Opposition auch, dass man mit der Kostenentwicklung einverstanden ist und dass die Gemeinde weiterhin agieren kann wie bisher. Die FDP will heute keinen derart schwarzen Finanzplan zur Kenntnis nehmen, ohne im Voraus kompetent über die Gründe und über die getroffenen Gegenmassnahmen informiert worden zu sein. Die Informationspolitik des Departements Bau lässt bei diesem politisch enorm wichtigen Geschäft einmal mehr mangelnde Sensibilität gegenüber einem legitimen, politischen Informationsanspruch missen. Der Finanzplan 2023 hätte in dieser Form eine Zusatzrunde gebraucht, um die offensichtlichen Fragen im Voraus diskutieren zu können. Ob Worb eine Sanierung, eine Gesamtsanierung oder gar ein neues Schulhaus braucht, resp. bereit ist zu bezahlen, müsste angesichts der vorliegenden Zahlen spätestens jetzt diskutiert werden, bevor unnötig weitere Planungsfranken ausgegeben werden. Vielleicht braucht es einen Marschhalt.

Mit diesem Finanzplan und dieser Vorgehensweise ist das erhoffte Weihnachtsgeschenk, «zwischenzeitliche Steuersenkung angesichts der grossen Finanzreserven» definitiv vom Tisch.

Stucki Daniel

FDP.Die Liberalen, Sektion Worb,
Daniel Stucki für den Vorstand

Beitrag teilen:

Aktuelle Beiträge

Verwaltungsrat Wislepark Foto

In den vergangenen Monaten wurden zwei Vorstösse im Worber Parlament eingereicht, die sich um den Wislepark drehen. Während die Fraktion der Grünen den Einbezug der Bevölkerung zu den Sanierungsprojekten von Eishalle und Badi fordern, sieht die SP auch die umliegenden

Am 1. Januar 2026 hat Roland Probst das Kommando über die Worber Feuerwehr übernommen. Unter der neuen Führung soll Bewährtes bestehen bleiben, doch der neue Kommandant richtet seinen Blick auch in die Zukunft und will für eine zeitgemässe Feuerwehr einstehen.

Offen und freundlicher gestaltet, so zeigt sich die Postfiliale Worb nach der umfassenden Sanierung. Am vergangenen 12. Januar 2026 wurde die umgestaltete Poststelle feierlich eröffnet. Die Gesamtfläche wurde zwar reduziert, doch das automatisierte Angebot ist ausgebaut worden.