In den nächsten Monaten werden in Worb zwei Restaurants, zumindest vorübergehend, ihre Türen schliessen. Es sind nicht die ersten Gastronomiebetriebe, die das Geschäft aufgeben oder verkaufen. Das Bar- und Gastronomieangebot in Worb nimmt spürbar ab. Denn vor einiger Zeit schloss auch das Löiestöckli seine Tore. Das Woodys erhielt einen neuen Pächter und das Restaurant der Egger Brauerei stellte den Betrieb ein.

Einerseits ist es sehr schade, dass mehr und mehr Gastronomiebetriebe schliessen oder verkauft werden und dass keine zu Worb passenden Nachfolger gefunden werden, andererseits ist dies ein Zeichen des Wandels, den wir, nicht erst seit der Pandemie, in dieser Branche sehen. Damals entdeckten viele in Kurzarbeit geschickte Mitarbeiter die Vorzüge eines Jobs mit regelmässigen Arbeitszeiten. Andere liessen sich umschulen. Junge Menschen schwenkten auf eine andere berufliche Laufbahn ein, indem sie eine Lehre in einer anderen Branche absolvierten oder weiter studierten. Das ist gut, das darf so sein. Jede und jeder soll dem nachgehen, was sie oder er möchte.

Die Gastronomiebranche hat während der Pandemie gezeigt, wie flexibel sie sein kann beziehungsweise sein muss. Es entstanden neue Konzepte wie Take-Aways oder Pop-Up-Bars. Das Restaurant «zum Res», welches temporär an der Kreuzgasse entstand, überzeugte mit viel Herzlichkeit und Charme. Das Pop-Up-Projekt Bar-Bara, mit der aus einem Container geschaffenen mobilen Bar, war nicht nur neben dem Worber Sportplatz im Sommer ein Erfolg. Es ist schön zu sehen, dass es solche innovativen Ideen gibt. 

Worb braucht Orte des Zusammenfindens und Zusammenseins, doch wie kann Worb die Attraktivität für das Führen eines Gastronomiebetriebes stärken? Es braucht nicht Subventionen, sondern weniger Schranken. Die Politik soll, wenn überhaupt, nur die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Gastronomiebetriebe zielbringend und einfach niederlassen können. Es braucht Leitplanken, aber es darf nicht sein, dass Behörden und Verwaltungen mit Kontrollen, Verboten und überrissenen Kosten die Betriebe in ihrer Freiheit unnötig einschränken.

Ich bin zuversichtlich, dass Worb die Restaurants nicht ausgehen werden. Denn wie so vieles in unserer Welt regelt die Nachfrage das Angebot. Die Nachfrage nach gesellschaftlichem Zusammensein, verbunden mit einem Drink oder einem Znacht, wird sicher weiter existieren. Bestes Beispiel sind die Umsatzzahlen der Betriebe nach der Pandemie.

Thomas Gasser,
FDP Worb,
Mitglied Sicherhetiskommission

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