Peter Kupferschmied und Roland Aellig brechen mit Sehgewohnheiten. Bild: zvg

Atelier Worb: Gemeinsam neugierig

Wie sehen Klänge aus und was macht man mit einer Zither, wenn sie zum Zitherstuhl mutiert ist? Diesen und weiteren Fragen gehen der Gestalter Peter Kupferschmied und der Fotograf Roland Aellig in ihrer Ausstellung in Worb nach. Vom 17. Oktober bis zum 2. November 2025 schärfen sie den Blick für das Ungewohnte.

Auf den ersten Blick haben die Werke von Roland Aellig und Peter Kupferschmied wenig Gemeinsamkeiten. Während Kupferschmied mit seinen doppelbödigen Objekten das Reale auf die Spitze treibt, lichtet Aellig in seinen Fotografien die Realität ab. Geht man aber näher an ihr Schaffen, zeigt sich, dass Neugier und eine Experimentierfreude, die an Verspieltheit grenzt, die gemeinsamen Nenner sind. Vor allem verbindet die beiden Künstler eine Freundschaft, die seit über 40 Jahren besteht. Für den seit seiner Kindheit in Thun wohnhafte Peter Kupferschmied ist sein Name Programm, wie er selbst sagt. Er «kupfert» gerne Ideen ab, lässt sich dabei von allem Möglichen inspirieren und schmiedet dann etwas Eigenes daraus. Nach einer Lehre als Hochbauzeichner absolvierte er an der Kunstgewerbeschule Zürich ein Studium in Innenarchitektur und Produktgestaltung. Bis heute pendelt er in seinem Schaffen zwischen den Polen Innenarchitektur, Design, Fotografie, Grafik und freie Arbeit. Nach einer Lehre als Reprolithograf hat sich Roland Aellig der Fotografie zugewandt. Seit 1979 betreibt er ein eigenes Fotoatelier in Bern, wo er sich unter anderem auf Personen, Reportage, Natur, und Industrieaufnahmen spezialisiert hat. Bis 1993 war er als Fotograf für die Kunsthalle Bern tätig und war, ebenfalls von 1993 bis 2020, Lehrer für Fotografie und Video an der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Seine Fotografien fallen vor allem durch ihre ungewöhnliche Perspektive und die beinahe schon malerischen Bildkompositionen auf. Gekonnt lenkt er den Blick auf Details, die einem sonst kaum auffallen. Beide Künstler haben ihr Schaffen an diversen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. Peter Kupferschmied war 2020 schon einmal in der Galerie Atelier Worb zu Gast.

Klangfarben
Der rote Faden durch die Ausstellung in Worb werden Musikinstrumente aus Holz sein. Dabei haben sie sich die beiden Künstler auf ihre eigene Art mit den Objekten auseinandergesetzt. Während Peter Kupferschmied den Instrumenten ihre angestammte Funktion nimmt und sie so in einen völlig anderen Kontext setzt, verwandelt Roland Aellig Klänge in farbig leuchtende Spuren, indem er Fotogramme mit einem alten Scanner erstellt. Fotogramme – oder Lichtzeichnungen – entstehen durch eine Technik, die in die 1830er Jahre zurückgeht. Objekte werden dabei auf lichtempfindliche Materialien gelegt und von einer Leuchtquelle belichtet. Neben seinen Lichtzeichnungen wird er eine Serie kleinerer Bilder mit dem Thema «Schattenzeichnungen» zeigen, die mit einer Polaroid-App auf dem Handy entstanden sind. Auch von Peter Kupferschmied werden weitere seiner skurrilen Objekte zu sehen sein. Grundlage sind meistens ganz gewöhnliche Alltagsgegenstände, die er spielend mit dem Absurden verwebt. Die Herangehensweisen von Roland Aellig und Peter Kupferschmied mögen völlig unterschiedlich sein, doch eines ist gewiss, sie brechen mit Sehgewohnheiten und geben den Blick auf neue Möglichkeiten, die Dinge Wahrzunehmen, frei. AW 

Ausstellung


Vernissage
Freitag, 17. Oktober ab 18 Uhr

Öffnungszeiten
Freitag 17 bis 19 Uhr
Samstag 14 bis 17 Uhr
Sonntag 13 bis 16 Uhr

Die Künstler sind anwesend.

Mehr zu Roland Aellig unter www.digital-foto-video.ch 
zu Peter Kupferschmied unter www.kupferschmied-thun.ch
und zum Atelier Worb unter www.atelierworb.ch

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