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Ursprünglich eine Knabenerziehungsanstalt, heute ein Rückkehrzentrum. Bild: M. Küenzi

Rückkehrzentrum Gutshof Enggistein: Betrieb funktioniert gut

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde der Gutshof Enggistein im vergangenen Februar als erstes Rückkehrzentrum im Kanton Bern, das auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern und alleinstehender Frauen ausgerichtet ist, wieder in Betrieb genommen. Mittlerweile sind sechs Familien und sechs alleinstehende Frauen in der Unterkunft untergebracht.

Infolge Kündigung der Stadt Biel wird das Rückkehrzentrum Biel-Bözingen Ende Juli 2022 geschlossen, daher wurden im vergangenen April Familien mit Kindern und alleinstehende Frauen im Gutshof Enggistein untergebracht. Für französischsprachige Familien konnte in Bellelay im Berner Jura eine Anschlusslösung gefunden werden. Beide Rückkehrzentren werden von der ORS Service AG (Organisation for Refugee Sevices), einer international tätigen Dienstleisterin im Bereich Flüchtlingsbetreuung, betrieben.

Gegen den Umzug nach Enggistein hat es anfänglich Widerstand gegeben. Kritikpunkt war die abgelegene Lage des Gutshofes sowie der Schulwechsel mitten im Schuljahr für die Kinder. Doch mittlerweile haben sich die 27 Personen, die derzeit im Gutshof untergebracht sind, gut eingelebt, wie Alain Willi, Leiter der Unterkunft, sagt. Seit Ende der Frühlingsferien besuchen die schulpflichtigen Kinder Regelklassen in Enggistein und Worb.

Nach der Schliessung der Kollektivunterkunft Gutshof im Januar 2019 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten umgesetzt, die Bodenbeläge wurden erneuert, die Zimmer gestrichen sowie Toiletten und Duschen ersetzt. Mit den besonders auf Familien und Frauen ausgerichteten Räumlichkeiten könne deren Bedürfnissen mehr Rechnung getragen werden. So ist pro Zimmer nur eine Familie untergebracht, die sanitären Einrichtungen sind nach Geschlechtern getrennt, den Frauen steht ein separater Aufenthaltsraum zur Verfügung und für die Kinder wurden ein Aufgabenraum und ein Spielzimmer eingerichtet. Des Weiteren stehen Räume für medizinische Konsultationen und Seelsorge bereit. Der zuständige Sicherheitsdirektor Philippe Müller zeigt sich zufrieden: «Das Zentrum ist aufgrund seiner Lage und Infrastruktur ein idealer Ersatz für Biel-Bözingen und die Inbetriebnahme ein Erfolg.» 

Das bestätigt auch Alain Willi von der ORS, die Stimmung sei ganz anders als in Einrichtungen, in denen auch alleinstehende Männer untergebracht seien.

Idyllische Lage hin oder her, die im Gutshof Enggistein untergebrachten Menschen haben einen negativen Entscheid auf ihr Asylgesuch erhalten, so werden auch keine Massnahmen zur Integration durchgeführt. In welchem Rahmen im Rückkehrzentrum Enggistein Menschenwürde und Kinderrechte gesichert würden und welche Verantwortung diesbezüglich die Gemeinde Worb trägt, hat die Fraktion SP plus Grüne in einer dringlichen Interpellation im März zur Sprache gebracht. Gab es doch in der Vergangenheit im Kanton Bern immer wieder Mängel im Betrieb solcher Zentren. Da Asylunterkünfte und Rückkehrzentren in den Zuständigkeitsbereich des Kantons fallen, hat die Gemeinde nicht viel Handlungsspielraum. Doch wie der Gemeinderat in seiner Stellungnahme mitteilt, besteht seit Beginn der Wiederinbetriebnahme ein Austausch zwischen der Gemeinde Worb, dem Kanton, Kirchgemeinden und weiteren Betroffenen. AW

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