Enkelfähig ja, daher Nein zum vorliegenden «Wobo» Sanierungsprojekt

Die Notwendigkeit der Sanierung des Wobo-Schulhauses steht aus­ser Frage, aber wir sollten nicht auf Kosten unserer zukünftigen Generationen handeln. Die vorgeschlagene ­Sanierungsvariante würde den Gemeindehaushalt in den nächsten 25 Jahren jedes Jahr um 1 Million (Abschreibungen und Zinsen) belasten, was den Handlungsspielraum unserer Enkel erheblich einschränken würde. Es ist leicht zu behaupten, die Sanierung muss jetzt erfolgen, weil die vorliegende Totalrenovierung alle Anforderungen erfüllt und wenn es teurer wird oder wir es uns nicht leisten können, erhöhen wir einfach die Steuern. Doch bedenken wir, dass wir bereits heute den höchsten Steuersatz in der gesamten Umgebung haben und bezüglich Steuerattraktivität jeden Vergleich mit anderen Gemeinden verlieren. Der Kostenvoranschlag für die vorliegende Sanierungsvariante liegt bei 26,1 Millionen, einschliesslich dem vorgesehenen Provisorium und mit einer Genauigkeit von +/-10%. Eine absehbare Teuerung wurde nicht berücksichtigt. Realistisch betrachtet könnte das Projekt bei einer Annahme von 1% jährlicher Teuerungsrate und möglichen 10% Kostenüberschreitung bei rund 30 Millionen enden. Dies würde aus bautechnischer Sicht nicht einmal als Kostenüberschreitung gelten.
Im letzten Politforum wurde von der «Mitte» die «offiziell bestätigte» Zahl von 460 neuen Wohnungen bis 2030 genannt, was zu einem Anstieg der Schülerzahlen führen würde. Ich kenne die Quelle dieser «offiziellen Angaben» nicht. Wenn ich den Verwaltungsbericht des letzten Jahres lese und mich an die Aussagen unseres Gemeindeschreibers bei der Projektvorstellung erinnere, gehen wir trotz der zu erwartenden Neubauprojekte nicht von einem Anstieg der Schülerzahlen in den nächsten Jahren aus. Die Bevölkerungspyramide von Worb zeigt keine Zunahme der bestehenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren, im Gegenteil. Daher sollte der gesamte Raumbedarf der Gemeinde überprüft werden, um mögliche standortübergreifende Optimierungen zu identifizieren. Die finanzielle Stabilität der Gemeinde könnte gestärkt werden, wenn wir zusätzlichen Raumbedarf im «Wobo» decken und somit zukünftige Ausgaben an anderer Stelle reduzieren können.
Wir sind der Meinung, dass der Weg der fortlaufenden Reparaturen am Wobo-Schulhaus nicht der Plan B sein kann. Der Betonbau hat in den letzten zehn Jahren der langanhaltenden Planung keine schwerwiegenden Schäden erlitten und wird dies auch in den nächsten Jahrzehnten nicht tun. Wir haben noch Zeit für eine vernünftige Lösung. Wir fordern den Gemeinderat auf, sofort alternative Sanierungsoptionen zu prüfen, unter Berücksichtigung der finanziellen Lage und des gesamten Raumbedarfs in der Gemeinde. Während des gesamten Entwicklungsprozesses dieses Projekts haben wir keine unabhängige Stelle gesehen, die den Bedarf kritisch hinterfragt hat und nicht von Bau oder Nutzung profitiert. 
Wir setzen uns für eine Variante ein, die die finanzielle Lage unserer Gemeinde berücksichtigt und den vorhandenen Raum effizienter nutzt. Im Namen unserer Enkel lehnen wir die vorliegende Sanierungsvariante für das «Wobo»-Schulhaus ab.

Schmidhalter-Nobert-2022-11-23

Norbert Schmidhalter,
Mitglied GGR

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