Stillstand ist keine: Option – Worb muss sich wieder etwas zutrauen

Der Abriss des Aebersoldhauses und des alten Speichers in Rüfenacht beschäftigt nicht nur Liebhaberinnen und Liebhaber der Worber Geschichte. Diese Gebäude erzählen vom Ursprung unserer Gemeinde – und nun auch vom Verschwinden identitätsstiftender Bausubstanz. Natürlich können wir nicht jedes alte Haus retten. Aber wir müssen uns fragen: Wohin entwickelt sich Worb eigentlich?

Wer die Bevölkerungszahlen betrachtet, stellt Erstaunliches fest: Zwischen 2014 und 2024 ist Worb von 11’377 auf 11’473 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen – das sind gerade einmal 96 Personen in zehn Jahren. Notabene wohnten aber laut Bevölkerungsstatistik Ende 2020 sage und schreibe 11’650 Personen in unserer Gemeinde, was darauf schlies­sen lässt, dass uns in den letzten vier Jahren 177 Personen verlassen haben. Während andere Agglomerationsgemeinden rund um Bern wachsen, schrumpfen wir. Warum?

Worb ist zu einem klassischen Durchfahrts- und Schlafdorf geworden. Vielleicht dank der neuen Verkehrsspange erst recht. Tagsüber rollt der Verkehr aus dem Emmental in Richtung Bern, am Abend wieder zurück. Doch was lädt zum Verweilen ein? Welche Angebote gibt es für Freizeit, Genuss, Begegnung? Ich kenne kaum jemanden, der sagt: «Heute Abend gehe ich nach Worb, weil dort…» – weil dort eben kaum etwas los ist. Restaurants schliessen oder finden keine Nachfolgelösungen. Kultur hat kaum Ausstrahlung, der Detailhandel kämpft.

Stagnation ist kein Naturgesetz – sie ist eine Folge von fehlender Entwicklungsperspektive. Es braucht mutige, aber verantwortungsvolle Planung: Wohnraum für Familien, attraktive Treffpunkte für Jung und Alt, Raum für Ideen und Innovation. Liberale Politik bedeutet, genau solche Entwicklung zu ermöglichen – mit Augenmass, aber mit klarer Zielrichtung.

Worb muss sich wieder etwas zutrauen. Es braucht Lust auf Zukunft, nicht Angst vor Veränderung. Lassen wir uns nicht vom Kleinmut leiten. Packen wir es an.

Andy Marchand,
Mitglied Parlament

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