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Kombinieren, Schichten, Verschlanken, Verdrehen: In seinem Atelier schöpft Peter Gygax die Möglichkeiten der Grundformen spielerisch aus. Bild: zvg

Atelier Worb: Formenkanon Geometrie

Der Bildhauer Peter Gygax beendet das Ausstellungsjahr 2023 in der Galerie Atelier Worb. Vom 24. November bis zum 10. Dezember zeigt der in Bern wohnhafte Künstler Skulpturen, die das gewohnte Bild des Steins aufheben.

Der Weg zum Stein ist dem Künstler Peter Gygax in die Wiege gelegt worden. Wie er es selbst ausdrückt, wurde er in den gletschergeschliffenen Granit des Oberhasli geboren. Erste Figuren aus Holz hat er schon in seiner Jugend in der Werkstatt von Willi Huggler, einem Spross der Holzbildhauerdynastie Huggler aus Brienz, die heute schweizweit für ihre geschnitzten Figuren bekannt ist, angefertigt. Seine berufliche Laufbahn führte Peter Gygax zwar zunächst von der Bildhauerei weg, er blieb aber seiner Neigung für das räumliche Gestalten treu. Nach einer Hochbauzeichnerlehre absolvierte er an der HTL Burgdorf ein Architekturstudium. 1968 erhielt er das eidgenössische Kunststipendium, anschliessend ging er für einen einjährigen Studienaufenthalt nach Helsinki. Von 1979 bis 1990 war er zusammen mit seiner Frau Jeanne im eigenen Architekturbüro tätig. Ab 1980 schuf Peter Gygax sporadisch erste Steinskulpturen. Von da an nahm die Steinbildhauerei immer mehr Raum ein, bis sie ab 2003 zu seinem Zweitberuf wurde. Das nötige Rüstzeug vermittelten ihm Godi Winkler und Res Reber, die Ausbildner der Steinbildhauer an der Schule für Gestaltung Bern. Seit 2007 ist Peter Gygax freischaffender Künstler und zeigt seine Werke regelmässig an Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz.

Das Spielerische in der Kunst
Im Allgemeinen wird Stein als etwas Festes, Beständiges wahrgenommen. Die Veränderungen durch die Elemente nehmen wir in unserer kurzen Lebensspanne kaum wahr. In seinem spielerischen Umgang mit Geometrie und Konstruktion bricht Peter Gygax mit der Unveränderlichkeit. Mit bewegten Linien- und Flächenverläufen hebt der Künstler das Statische des Steins auf. Ausgangspunkt für seine Werke sind meist geometrische Grundformen, die er durch Kombinieren, Schichten, Verschlanken, Verdrehen oder Zufall so lange verändert, bis Werke entstehen, die durch ihre scheinbare, dynamische Leichtigkeit bestechen. Eine Herausforderung für die Sehgewohnheit bieten die aus Ringen oder Gliedern zusammengefügten, variablen Skulpturen, die sowohl zur Kette als auch zum verschlungenen Steinknoten gebildet werden können. «Für mich ist das plastische Gestalten reines Spiel», so Peter Gygax, für den die haptische Erfahrung zum «Begreifen» einer Skulptur dazugehört. Somit stellt der Künstler auch die Frage in den Raum, welchen Sinn eine Skulptur hat, die nicht durch Ertasten erfahren werden kann? AW

AUSSTELLUNG
Vernissage
Freitag, 24. November 2023, 18 bis 21 Uhr
Einführung: Urs Reber

Öffnungszeiten
Freitag 17 bis 19 Uhr
Samstag 14 bis 17 Uhr
Sonntag 13 bis 16 Uhr
Finissage mit Surprise am Sonntag, 10. Dezember 2023, ca. um 14 Uhr
Der Künstler ist während den Öffnungszeiten anwesend.

Mehr Informationen
www.petergygax.ch
www.atelierworb.ch 

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