Auf den Spuren der Zauneidechsen

Die Gemeinde Worb setzt sich aktiv für die Förderung der Biodiversität auf dem Gemeindegebiet ein. Das Förderprogramm wird seit mehreren Jahren von Landwirten und Gartenbesitzerinnen genutzt. Doch die Grundlagen, auf welche zugegriffen werden kann, sind nur dünn gesät. Um gezielt Arten fördern zu können, möchten wir dieses Jahr mehr über die Verbreitung von Blindschleichen, Eidechsen und Schlangen in Worb herausfinden.

1) Die nicht gefährdete Mauer­eidechse (Podarcis muralis) ist im Siedlungsraum und oft entlang von Strassen und Bahnschienen zu beobachten. Sie breitet sich in der Gemeinde aus. Ein typisches Merkmal für die Art ist die Fähigkeit, auch an senkrechten und glatten Wänden flink emporzuklettern. Färbung und Zeichnung sind sehr variabel grau oder braun mit unterschiedlicher Fleckenzeichung.

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Mauereidechse Bild: Ch. Wisler

2) Die als gefährdet eingestufte Zauneidechse (Lacerta agilis) ist die typische und ursprüngliche Art in der Gemeinde. Sie lebt an sonnigen Böschungen, Wegrändern, Bachufern, Waldrändern, in extensiven Weiden und leider immer seltener im Siedlungsraum. 
Männliche Tiere sind bis in den Frühsommer an Flanken und Vorderbeinen auffällig grün gefärbt. Weibchen und Jungtiere sind unauffällig braun. Ein gutes Kennzeichen bei allen sind die über Rücken und Seite verteilten dunklen Flecken, die in der Mitte oder am Rand aufgehellt sind – sogenannte «Augenflecken». Die Zauneidechse ist die grössere und kräftigere der zwei hier vorkommenden Eidechsenarten. 
In der Gemeinde Worb gibt es viele geeignete Lebensräume für die Zauneidechse. Wir kennen nur wenige Standorte mit Vorkommen, weil sie bisher nicht systematisch erfasst wurden. Es ist anzunehmen, dass es zahlreiche Waldränder, Wegränder, Weiden und sogar Hausumgebungen gibt, wo sie zu beobachten ist. 

CW-Zauneidechsen
Zauneidechse: Weibchen (li), Männchen (re) Bild: Ch. Wisler

3) Die ungiftige Ringelnatter (Natrix helvetica) wird auf der roten Liste der gefährdeten Arten der Schweiz als verletzlich aufgeführt. Es existieren in der Schweiz nur noch wenige grossflächig besiedelte Gebiete. In Worb sind Vorkommen im Rüfenachtmoos bekannt. Die Ringelnatter lebt vor allem in der Umgebung von Teichen, aber auch entlang von Bächen kann sie vorkommen. Gut möglich also, dass man sie an verschiedenen Orten in der Gemeinde Worb finden könnte.

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Ringelnatter Bild: S. Berger

Die Wissenslücke zur Verbreitung der Reptilien in der Gemeinde Worb möchten wir mit Hilfe der Einwohner und Einwohnerinnen verkleinern und rufen Sie zur Mithilfe auf:
Bitte melden Sie sich per E-Mail, SMS (auch über WhatsApp und Threema möglich) oder telefonisch bei Christine Wisler, wenn Sie Standorte mit Eidechsen, Blindschleichen oder Schlangen kennen, am liebsten mit einer genauen Ortsangabe (Adresse, Flurname, Koordinaten) und Ihrer Vermutung, um welche Art es sich handelt. Scheuen Sie sich nicht, Eidechsen zu melden, auch wenn Sie bezüglich der Art nicht sicher sind. Wenn es Ihnen gelingt ein Foto zu machen, ist es hilfreich, es geht aber auch ohne.

Meldungen an die Biologin: Christine Wisler Hofer, Tel. 079 761 52 41, E-Mail: wislerbio@bluewin.ch

Wer aktiv mithelfen möchte, eher abgelegene, geeignete Standorte in diesem oder im nächsten Sommerhalbjahr mehrmals zu besuchen, darf sich gerne ebenfalls bei Christine Wisler melden. WoPo

Für weitere Informationen können Sie die Webseite der karch – Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz besuchen. Dort erfahren Sie viel über die einheimischen Reptilien und wie man sie schützen und fördern kann: www.karch.ch.

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