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Spielpätze und Familientreffpunkte sind in Worb Mangelware. Bild: AW

Generationenbefragungen: Wie kinder- und altersfreundlich ist Worb?

Im Lauf dieses Jahres wurden 2 Bevölkerungsgruppen nach ihrer Zufriedenheit befragt. Während sich die ältere Generation laut den Rückmeldungen in der Gemeinde Worb wohl fühlt, scheint es bei der Kinder- und Jugendfreundlichkeit Nachholbedarf zu geben.

Im Spätsommer dieses Jahres wurde durch das Zentrum Alter Worb eine Meinungsumfrage unter den über 80-Jährigen in der Gemeinde durchgeführt. Der 26 Punkte umfassende Fragebogen wurde von über 340 Personen beantwortet. Im Vergleich zur letzten Befragung 2021 eine Zunahme, damals sind Rückmeldungen von ca. 250 Personen eingegangen. Die Fragen drehten sich um Bereiche wie Mobilität, Einsamkeit und Tagesstruktur sowie Bezugspersonen in Notfällen, Wohnen und den Bedarf nach Unterstützung und Finanzen. Grundsätzlich lässt sich aus den Antworten ableiten, dass die Worberinnen und Worber zuversichtlich und vorbereitet ins Alter gehen und bei Bedarf die diversen Unterstützungsangebote von Gemeinde und Institutionen wie beispielsweise der Spitex in Anspruch nehmen. So wird der lokale 24-Stunden-Notruf der Spitex von 10 % der Befragten genutzt. Alle an der Umfrage Teilnehmenden haben angegeben, dass sie Bezugspersonen haben, die im Notfall erreichbar sind. Ebenfalls erfreulich ist, dass rund 95 % der Befragten angegeben hat, sich nicht einsam zu fühlen und dass sich fast alle eine Tagesstruktur angeeignet haben. Anders sieht es beim Wohnen aus, da haben rund 16 % angegeben, dass ihre Wohnsituation nicht mehr geeignet ist, das sind doppelt so viele wie im Jahr 2021. Als Grund wurde bei mehreren der fehlende Lift im Haus genannt. Auch bei Personen, die Unterstützung benötigen, lässt sich eine Zunahme von fast 6 % feststellen.

Die Befragung macht auch ersichtlich, dass sich die meisten Seniorinnen und Senioren mit dem letzten Lebensabschnitt befassen, 70 % geben an, eine Patientenverfügung zu haben. Jedoch gut 55 % haben keinen Vorsorgeauftrag für den Fall, dass die persönliche Urteilsfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Bei Interesse an einem Vorsorgeauftrag kann das Zentrum Alter Worb mit weiteren Informationen dienen. Für die Sozialbehörde Worb und das Zentrum Alter sind solche Befragungen sehr wertvoll, um sich ein Bild machen zu können, wie es der älteren Bevölkerung geht und welche Formen der Unterstützung nötig sind.

Kinder- und Jugendfreundlichkeit
Eine ähnliche Befragung hat die Gemeinde im vergangenen Mai durchgeführt. Grund ist das Legislaturziel «Die Kinder- und Jugendfreundlichkeit der Gemeinde ist ausgebaut.» Die webbasierte Umfrage wurde via SchoolFox, dem Messengerdienst für Lehrpersonen und Eltern, an die Erziehungsberechtigten von 892 Schülerinnen und Schülern gerichtet. 361 Fragebogen wurden vollständig ausgefüllt zurückgesendet. Aus der Umfrage stechen die Bereiche Sicherheit und Freizeitangebote hervor. Viele Eltern sind besorgt, was die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg betrifft. Grund der Sorgen sind insbesondere Strassen mit mangelhaft gekennzeichneten Querungsmöglichkeiten für Fussgänger oder mit hohem Verkehrsaufkommen. Es gibt auch Bedenken wegen des hohen Tempos von Fahrzeugen und der mangelnden Rücksichtnahme von Autolenkerinnen in der Nähe von Schulen. Ein Gefühl von Unsicherheit verursachen bei einigen Eltern auch öffentliche Plätze wie der Bahnhof Worb Dorf oder Spielplätze. Grund dafür sind alkoholisierte Personen oder vermuteter Drogenhandel. Oft wurde auch der Wunsch nach grossen, zentralen Spielplätzen geäussert, die als Treffpunkte für Familien dienen können, oder anderen Begegnungszonen, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet sind. Ein ebenso grosses Bedürfnis scheint ein breiter gefächertes Sportangebot für Kinder und Jugendliche zu sein. Oft wurden Schwimmkurse, Skateparks oder Indoorspielplätze genannt. Mehrfach sei der Wunsch nach kulturellen und kreativen Aktivitäten oder Projekten, die Kinder und Jugendliche in die Natur einbinden, betont worden. Positives zeigt sich bei vorhandenen Freizeitangeboten. Insbesondere die Jugendarbeit und der Wislepark sind unter den Befragten bekannt und somit gut positioniert. Ein Ausreisser ist die Jugendjobbörse, ledliglich 11% der Befragten haben Kenntnis von diesem Angebot. Hier zeigt sich auch, dass die Nachfrage nach Wochenplätzen oder Jobs für Jugendliche das Angebot übersteigt. Ein Umstand, wo Abhilfe geleistet werden soll, derzeit sind Bestrebungen mit dem «Worber Gwärb» im Gange, um die Bekanntheit zu steigern. Trotz Hinweisen auf einige fehlende Angebote ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass durch die Jugendarbeit,  Vereine und Kirchen der Bedarf an frei zugänglichen Freizeitaktivitäten abgedeckt wird. AW

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