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Der Künstler Antoine Twerenbold fand in der Kunst seine Erfüllung. Bild: zvg

Hommage an Antoine Twerenbold: «In seiner Kunst ging er eigene Wege»

Der Berner Künstler Antoine Twerenbold ist nicht mehr unter uns. Eine vertraute Figur ist aus unserem Alltag entschwunden. Schon seit einiger Zeit konnte man ihm im Dorf nicht mehr begegnen. Der Weg von seinem Zuhause an der Eggwaldstrasse 20, hinunter ins belebte Dorfzentrum, war ihm zu beschwerlich geworden. 

Er zog sich nach Biel zurück, wo er an einem Sonntagmorgen Anfang Mai 75-jährig, nach langer Krankheit, gestorben ist. Und in seinem geliebten Worb fand Ende Mai, im Beisein zahlreicher Bewohnerinnen und Bewohner, der Abschiedsgottesdienst statt. 

Antoine Twerenbold wohnte mit seiner Familie lange in Worb. Nach dem frühen Tod von Margrit, seiner Gattin, und dem Auszug der beiden Söhne, Christian und Daniel, wurde ihm das Alleinsein zu einem unerträglichen Schmerz. In Brigit Mettler aus Nidau fand er eine treue Partnerin, die ihn liebevoll bis zuletzt betreute.

Twerenbold wurde am 25. Januar 1947 in Bern geboren. Schon früh machte sich sein gestalterisches Talent erkennbar. Er besuchte die Kunstgewerbeschule. Die Lehrzeit verlief äusserst erfolgreich. Seine Laufbahn begann er als einfallsreicher, sehr begabter Schaufensterdekorateur. Nach einem Umweg im Marketing und PR-Bereich verschiedener bedeutender Berner Firmen und gesundheitlichen Problemen, fand Twerenbold seine wahre Berufung in der Kunst, wo er sich voll entfalten konnte.

Antoine Twerenbold war ein Künstler «à part». Er ging seinen eigenen Weg, nannte sich Kommunikationsplastiker, schuf eine eigene plastische Mentalsprache, wie er seine Ausdrucksform bezeichnete. Sein persönliches Kunstverständnis und die daraus resultierende plastische Kommunikationsform hat er in einem eigenen «Credo» festgehalten.  

Seine Bilder und Skulpturen sind faszinierende Zeugnisse seiner schöpferischen Tätigkeit. Sie bestechen durch den eigenwilligen Stil, die Formen und Farben. Nicht selten wirken geometrische Ausdrucksformen wie versteckte Zeichen einer Sinnsuche.

Twerenbold hat das zeitgenössische Kunstschaffen massgebend mitgeprägt, was in seiner Heimat oft unbeachtet und missverstanden blieb. 

Seine Inspirationsquellen waren zahlreich und vielseitig. Besonders prägend war ein von der Schweizer Botschaft organisierter, mehrwöchiger Aufenthalt in der vom Krieg gezeichneten bosnischen Stadt Sarajevo. Dies hat bei Twerenbold tiefe Spuren hinterlassen, in seinem Herzen und in seinem Werk. Erstmals wurde auch das Sakrale in seiner Kunst erkennbar.

Neben Worb legte er sich einen zweiten Wohnsitz im benachbarten Frankreich zu:  ein Landhaus in einem kleinen Dorf der Franche-Comté. Hier installierte der Berner sein Atelier. Lemuy wurde zum Mittelpunkt.  Twerenbold wurde bekannt. Er wurde in der französischen Association pour la promotion de l’Art contemporain ARCO aufgenommen. Sein Schaffen und die zahlreichen Werke fanden höchste Anerkennung. Während Jahren war er regelmässig an grossen internationalen Ausstellungen, wie das Festival international de l’Art contemporain in Salins-les-Bains oder die Biennale von Besançon, ein vielbeachteter Teilnehmer. Der Künstler und sein Werk hatten internationale Beachtung erlangt. In nahezu 150 Einzel- und Gruppenausstellungen in 15 Ländern war der Worber Künstler präsent und machte so unsere Ortschaft bekannt.

Er war nicht nur ein hochbegabter Maler und Plastiker, sondern auch ein Meister der Sprache.  Er hinterlässt auch ein umfangreiches dichterisches Werk, das es noch zu entdecken gilt. ANDRÉ PFENNINGER

Der Journalist André Pfenninger war Redaktor bei der BZ und langjähriger Freund von Antoine Twerenbold. 2010 ist seine Monografie «Antoine Twerenbold, Kunst und Kommunikation» im Berner Verlag Stämpfli erschienen.

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