KulturLegi Kanton Bern: Einführung wird geprüft

2005 hat die Caritas im Kanton Bern die KulturLegi eingeführt, die Menschen mit schmalem Budget den Zugang zu Kultur,- Sport- und Bildungsangeboten erleichtert. Mittlerweile haben 161 Gemeinden einen Vertrag mit der KulturLegi. Auf das Postulat, das die Grünen im März 2025 eingereicht haben, sind die Vor- und Nachteile eines Beitritts detailliert geprüft worden.

Seit ihrer Einführung hat sich die KulturLegi in vielen Gemeinden erfolgreich etabliert. Das Angebot richtet sich an einkommensschwache Menschen und fördert durch Rabatte und Vergünstigungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Im Kanton Bern besitzen rund 12 400 Personen eine KulturLegi. Wie eine Befragung gezeigt hat, trägt die Karte zur finanziellen Entlastung der Innhaberinnen bei. Eine Befragung 2024 hat ergeben, dass sich durch die Vergünstigungen dank der KulturLegi bei der Hälfte der Befragten die finanzielle Situation sogar verbessert habe, da die Karte auch bei Einkäufen in Einrichtungen der Caritas genutzt werden kann. Bedingung ist jedoch, die berechtigten Personen müssen nachweisen, dass sie über ein geringes Einkommen verfügen oder eine Unterstützungsleistung wie Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen und der Wohnort muss Partnergemeinde der KulturLegi sein. Finanziert wird das Angebot durch Spenden und die jährlichen Beiträge der Partnergemeinden. Für Worb würden sich die jährlichen Kosten bei rund 7000 Franken, oder auf die Bevölkerungszahl hinuntergebrochen, bei 60 Rappen pro Kopf belaufen. Es gibt viele Gründe, die für die Einführung der KulturLegi in Worb sprechen, das sieht auch der Gemeinderat so. Dem gegenüber steht aber, dass Worb nur über ein begrenztes Angebot verfügt, Karteninhabende müssten also Angebote in den Nachbargemeinden oder Bern in Anspruch nehmen. Zudem hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren in Frühförderung und Schulsozialarbeit investiert. Projekte, die zielgerichteter und nachhaltiger als die KulturLegi seien. Das zeige sich auch in den Erfahrungen anderer Sozialdienste, so ist die Karte für Erwachsene, die Sozialhilfe in Anspruch nehmen, nur im ersten Jahr gratis, ab dem zweiten Jahr würde die Nutzung markant abnehmen. Zu guter Letzt sind da noch die Gemeindefinanzen, die in den kommenden Jahren nur wenig Spielraum für Extras lassen. Trotz dieser Einwände hat sich eine grosse Mehrheit des Parlaments dafür ausgesprochen, das Postulat zur Einführung der KulturLegi zu überweisen. Da der Gemeinderat die Prüfung schon im Detail vorgenommen hat, konnte das Parlament den Vorstoss auch gleich abschreiben. Wann genau Worb Partnergemeinde wird, ist noch nicht bekannt, aber gemäss Gemeindepräsident Niklaus Gfeller wird der Gemeinderat die erforderlichen 7000 Franken ins Budget 2026 aufnehmen. AW

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