Oberstufenzentrum Worbboden: Der fehlende Plan B

Am 22. Oktober stimmt die Worber Stimmbevölkerung über die Verpflichtungskredite der Gesamtsanierung des Oberstufenzentrums Worbboden ab. 23,3 Millionen Franken für die Sanierung, 2,8 Millionen Franken für das Containerprovisorium. SVP und FDP werben für ein «Nein» an der Urne und die Vorlage einer bezahlbaren Variante.
Obwohl der Sanierungsbedarf unbestritten ist, wirft die Vorlage hohe Wellen. Die Gründe sind offensichtlich: Die Kosten der Sanierung sind immens, deren Tragbarkeit nicht gegeben und vor allem ist die Wahlfreiheit der Stimmenden eingeschränkt, weil der Gemeinderat keine Alternativen aufgezeigt hat und nicht gewillt war, einen Plan B vorzulegen. Will die Stimmbevölkerung über weniger überdimensionierte Varianten abstimmen können, muss sie im Oktober ein «Nein» in die Urne legen.

Wir haben die Wahl
Es hätte nicht so weit kommen müssen. Die bürgerlichen Parteien haben den fehlenden politischen Willen zur Prüfung von billigeren und einfacheren Varianten von Beginn weg kritisiert und gefordert, sinnvolle und tragbare Lösungen vorzulegen. Die Exekutive wäre lediglich gefordert gewesen, ein sowohl im privaten wie auch öffentlichen Sektor völlig normales, vernünftiges Vorgehen zu wählen. 
Lassen wir im Haus neue Fenster ersetzen, holen wir verschiedene Offerten ein, beurteilen diese, vergleichen das Preis-/Leistungsverhältnis und entscheiden dann. Wir haben die Wahl. Kaufen wir die Salatgurke für 1.90 Franken im Dorfladen oder die Bio-Salatgurke für 2.80 Franken beim Detailhändler? Wir haben die Wahl. Am 22. Oktober finden auch die National- und Ständeratswahlen statt. Hunderte Kandidatinnen und Kandidaten gehen im Kanton Bern ins Rennen. Wir haben die Wahl.

Gute, aber auch finanziell tragbare Bildung 
Hat die Stimmbevölkerung bei der Sanierung des Oberstufenzentrums die Wahl? Nein! Nicht wirklich. Vielmehr die Qual. Denn Optionen zum 26-Millionen-Brocken, der die Steuerzahlenden in den nächsten 25 Jahren jährlich eine Million Franken an Zinsen und Abschreibungen kostet, liegen nicht vor. Wer wirklich die Wahl haben will, lehnt die Vorlage ab und zwingt den Gemeinderat mit dem Votum, endlich verschiedene Varianten ausarbeiten zu lassen, die gute Bildungsmöglichkeiten beinhalten und für die Gemeinde und die Steuerzahlenden finanziell tragbar sind. Ich werde mich bei einem «Nein» an der Urne persönlich dafür einsetzen, dass diese Varianten per Motion eingefordert werden.
Entgegen gebetsmühlenartig vorgebrachter Voten ist auch der SVP ein hoher Bildungsstandard wichtig. Er ist von zentraler Bedeutung für unser Land, unsere Wirtschaft, unsere Kultur und unseren Zusammenhalt. Gleichzeitig setzt sich die SVP aber auch für Investitionen in die Infrastruktur ein, die keinen verantwortungslosen Schuldenberg verursachen, der eine Erhöhung der Gemeindesteuer unumgänglich macht und den Spielraum für andere Aufgaben einschränkt. Deshalb empfehlen SVP und FDP der Worber Stimmbevölkerung ein klares NEIN zur Abstimmungsvorlage.

Fivian Bruno

Bruno Fivian, 
GGR-Mitglied, Präsident SVP

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