Partizipation beginnt mit Vertrauen – Integration braucht Mitgestaltung

Vor über 20 Jahren kam ich in die Schweiz – mit einem Koffer voller Hoffnungen, aber auch mit vielen offenen Fragen. Heute bin ich Teil des politischen Lebens in Worb. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Resultat von Begegnungen, Chancen – und Partizipation.

Ich bin in die Politik gegangen, weil ich möchte, dass andere Migrantinnen und Migranten ähnliche Wege gehen können. Dass sie sich einbringen, mitgestalten und ihre Erfahrungen einbringen dürfen. Denn ich bin überzeugt: Integration gelingt nur, wenn die Gesellschaft Möglichkeiten schafft – und wenn Menschen diese auch nutzen dürfen.

Migration ist kein Randthema. In Worb hat fast jede achte Person einen Migrationshintergrund. Diese Vielfalt bereichert unsere Gemeinde. Doch damit Integration gelingt, braucht es mehr als Sprachkurse und Willkommensanlässe: Es braucht Mitgestaltung.

Partizipation bedeutet, dass Menschen mit Migrationsbiografie nicht nur Teilnehmende von Angeboten sind – sondern auch Mitgestaltende. Das beginnt im Alltag: Elternvertretung in der Schule, Engagement im Quartier, Vereinsleben. Aber es muss auch weitergehen – in der Politik, in Kommissionen, im Gemeinderat.

Mir liegt besonders die frühe Förderung von Kindern am Herzen. Viele Familien mit Migrationshintergrund möchten das Beste für ihre Kinder – doch oft fehlen Informationen, Vertrauen oder Zugang zu Unterstützung. Ich setze mich dafür ein, dass alle Kinder sprachlich, kulturell und in ihrer Entwicklung gut begleitet werden. So werden Systeme entlastet – und Menschen gestärkt.

Ein Integrationskonzept, das die Menschen vor Ort mitentwickeln, ist nachhaltiger. Ich wünsche mir, dass migrantische Perspektiven bewusst einbezogen werden: durch gezielte Ansprache, niederschwellige Beteiligungsformate, Dolmetschangebote und eine Politik, die zuhört.

Worb ist vielfältig. Unsere Demokratie wird stärker, wenn sie das auch widerspiegelt. Beteiligung verändert nicht nur Strukturen – sie verändert Menschen. Und Gemeinden.

Şengül Ataç,
Mitglied Parlament 

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