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Ultra-Trail-Runner Hansjörg Gosteli: Höchste mentale und körperliche Belastung

Ultra-Trail-Läufer Hansjörg Gosteli aus Worb hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Vom 21. Juli bis zum 1. August will er mit einem Läuferkollegen 600 km vom Genfersee bis nach Nizza laufen. Seit Januar trainiert er intensiv für das Projekt.

Der Worber Hansjörg Gosteli, Inhaber eines Treuhandbüros, ist ein Ultra-Trail-Läufer, der auch an internationalen Wettkämpfen Ambitionen auf einen Podestplatz in seiner Altersklasse hat. Dafür ist er bereit zu trainieren, und dies in einem schier unvorstellbaren Umfang. Er absolviert jährlich rund 5 000 km bei Trainingsläufen und überwindet dabei 150 000 Höhenmeter sowohl positiv wie auch negativ. «Insgesamt komme ich auf über 600 Stunden Sport pro Jahr, was für mich als 54-jährigen sehr viel ist»; äussert sich Hansjörg Gosteli zu seinem Trainingsumfang.

Als Gosteli Ende 2020 die Saisonplanung 2021 anging, war er sich bewusst, dass aufgrund von Corona die meisten Wettkämpfe ausfallen würden. Also machte er sich daran, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Zu diesem Zweck verschaffte er sich einen Überblick über die Fernwanderungen in Europa. Relativ schnell entschied er sich für die Route GR5, weil diese über die Alpen führt, und zwar vom Genfersee nach Nizza. Die Route GR5 absolvieren heisst, 600 km mit insgesamt 30 900 Höhenmetern zu bewältigen, dies teilweise in hochalpinem Gelände. Gosteli will die Strecke in 12 Tagen laufen, während schnelle Wanderer für diese 30 Tage benötigen.

Zwölf Etappen
Gosteli hat sein Training für das Projekt GR5 angepasst und bereits im vergangenen Januar mit der Vorbereitung begonnen. Längere Trainingseinheiten umfassten dabei um drei Stunden. Im März und April steigerte er die Umfänge und trainierte fünf bis sieben Stunden auf längeren Strecken. Dabei lief er auch einmal – nicht auf direktem Weg – um den Thunersee (60 km mit 2000 Höhenmetern). Ein andermal nahm er die Strecke Grindelwald – First – Faulhorn – Grindelwald – Kleine Scheidegg – Männlichen – Grindelwald an einem Stück im Schnee unter die Laufschuhe und in einer Trainingswoche im Tessin absolvierte er fast 200 km und 8000 Höhenmeter.

Am 21. Juli soll die erste der insgesamt zwölf Etappen, die er zusammen mit einem Läuferkollegen aus der Ostschweiz hinter sich bringen will, in Angriff genommen werden. Jede der 12 Etappen entspricht leistungsmässig rund zwei Marathons. Die erste Etappe, die in Saint Gingolph am Genfersee gestartet wird, umfasst gleich happige 55 Kilometer mit rund 4000 Höhenmetern. Am 1. August wollen die beiden nach der letzten 65 Kilometer langen Etappe mit 2300 Höhenmetern in Nizza einlaufen.

Gosteli rechnet auf der Strecke nach Nizza mit täglich acht bis neun Stunden Laufzeit, während der die beiden Läufer auf sich allein gestellt sind. Dass dabei die Verpflegung eine wichtige Rolle spielt, liegt auf der Hand. Beim Frühstück und Abendessen in der Unterkunft gilt es, viel und gut zu essen. Unterwegs wird die notwendige Energie dem 8 Liter Sportrucksack entnommen, in welchem nebst Riegeln und Gels auch Laufbekleidung, ein Seidenschlafsack, ein Notfallset und sonst noch ein paar Sachen mitgeführt werden. «Mit etwas Glück gibt es tagsüber auch einmal eine Pasta», gibt sich Gosteli optimistisch. Genügend zu sich zu nehmen, nebst mehr als 5000 Kalorien auch fünf bis sieben Liter Flüssigkeit, sieht Gosteli als eine gros­se Herausforderung.

«Es ist geplant, dass ich und mein Laufpartner am 1. August bei Nizza im Meer stehen. Wenn wir das schaffen, wird trotz zu erwartender Müdigkeit ausgiebig gefeiert», sieht Gosteli der Herausforderung entgegen. Er ergibt sich aber nicht Träumereien. Deshalb haben er und sein Kollege auch einen Plan B in der Hinterhand, der berücksichtigt, dass einmal ein Tagesziel nicht erreicht wird, dass das Wetter nicht mitspielt oder eine andere Unbekannte auftritt. Sicherheit schöpft Gosteli auch daraus, dass er täglich telefonisch Kontakt zu seiner Lebenspartnerin haben wird, welche ihn in Nizza erwarten wird. WM

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