Wahlen 2024: Karten teilweise neu gemischt

Das Endergebnis der Gemeindewahlen bietet nicht viel Überraschendes. Auch wenn die SVP im Parlament zulegen konnte, ist der grosse Rechtsrutsch in Worb ausgeblieben. Im Gemeinderat bleibt ebenfalls weitestgehend alles beim Alten. Einzig Bruno Wermuth, GLP, muss seinen Sitz zugunsten der EVP räumen, wodurch die SVP mit Bruno Fivian den ersehnten zweiten Sitz erhält. Die Stimmbeteiligung lag bei 39,68 %.

Nach einem aufregenden Wahlkampf, der einen gewissen Unterhaltungswert geboten hat, ist es zu keinen grossen Umwälzungen gekommen.
So besteht der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode bis auf eine Änderung aus den bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten.

Bittere Pille
Allein schon wegen der Stärkeverteilung der Parteien im Parlament war absehbar, dass die Mitte/GLP ihre beiden Sitze im Gemeinderat nicht werden halten können. Zwar haben Adrian Hauser (Mitte) mit 1282 Stimmen und Bruno Wermuth (GLP) mit 1240 Stimmen ein sehr gutes Resultat erzielt. Zugunsten von Gemeindepräsident Niklaus ­Gfeller (EVP), dessen nächste Amtszeit in stiller Wahl bestätigt wurde, hat Bruno Wermuth nun das Nachsehen und muss seinen Sitz abgeben, da Gfeller sich nicht zur Wahl stellen musste und die EVP dadurch eigentlich keinen Sitz im Gemeinderat gewonnen hat. Eine spezielle Situation, wie Gemeindeschreiber Christian Reusser bei der Präsentation der Wahlergebnisse erläuterte. Doch das Reglement besagt, wenn die Partei der als Präsident gewählten Person nicht im Gemeinderat vertreten ist, muss die Parteiliste mit der geringsten Restzahl einen Sitz abgeben. 

Ein Umstand, den Gemeindepräsident Niklaus Gfeller bedauert: «Bruno Wermuth und ich haben knapp 30 Jahre lang in verschiedenen Gremien zusammengearbeitet und er hat von Anfang an gute Arbeit geleistet. Seine Abwahl ist für mich sehr schmerzlich.» Gelassen, wenn auch enttäuscht, sieht Bruno Wermuth seine Abwahl: «Reglement ist Reglement, man muss das so akzeptieren. Schlussendlich muss man es im Ganzen sehen und da ist die Wahl positiv verlaufen. Im GGR wurden Mitte und GLP gestärkt.» Als klare Siegerin geht die SVP hervor, Gemeinderätin Karin Waber, 1431 Stimmen, und Bruno Fivian, 1286 Stimmen, haben die besten Resultate erzielt. Mit der Wahl von Bruno Fivian hat die Bürgerliche Partei nun den zweiten Sitz, den sie durch den Wechsel von Bruno Wermuth zur GLP verloren hat, zurückerobert. «Mission abgeschlossen», freut sich Bruno Fivian. «Das Proporzsystem in Worb ist wieder aktiv.» Bereits vor 4 Jahren wurde er schon in den Gemeinderat gewählt, hat aber damals aus beruflichen und politischen Gründen seiner Parteikollegin Karin Waber den Vortritt gelassen. Nun werde er seine Wahl aber annehmen. Somit setzt sich der Gemeinderat für die kommende Legislaturperiode aus den bisherigen Urs Gerber (Grüne), 1223 Stimmen; Lenka Kölliker (FDP), 738 Stimmen; Adrian Hauser (Mitte), Karin Waber (SVP), Christoph Moser (SP), 861 Stimmen und neu Bruno Fivian (SVP) zusammen.

Kleine Verschiebungen
Der Erfolg der SVP zeichnet sich auch im Parlament ab, da konnte die Partei 2 Sitze dazugewinnen und ist nun mit 10 Sitzen vertreten. Ebenfalls zu den Gewinnerinnen kann die Mitte/GLP gezählt werden, mit einem dazugewonnenen Sitz sind die beiden Mitteparteien nun mit 8 Sitzen vertreten. Weiterhin 13 Sitze haben die SP + Grüne, wobei die SP einen Sitz weniger hat und die Grünen mit 6 Sitzen einen dazugewonnen haben. Mit Verlusten sehen sich die FDP und die EVP konfrontiert. Während die EVP einen Sitz eingebüsst hat und neu nur noch 3 Vertretende im Parlament hat, muss die FDP eine Abnahme von 8 auf 6 Sitze hinnehmen. Die EDU ist wiederholt leer ausgegangen. AW

Das vollständige Wahlergebnis unter www.worb.ch

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