Ein moderates Bevölkerungswachstum und Wirtschaftsfreundlich, für Worb werden die Herausforderungen nicht weniger. Bild: S. Mathys

Zukunftsbild und Legislaturziele 2025 bis 2029: Neue alte Legislaturziele

Worb, wohin geht die Reise? – eine Frage, die sich mit dem Beginn einer neuen Legislaturperiode alle vier Jahre stellt. Nachhaltig, modern, aufgeschlossen und lebenswert soll sich die Gemeinde präsentieren. Wie das erreicht werden soll, verraten die Legislaturziele noch nicht, aber sie setzen die künftigen Schwerpunkte fest. An der vergangenen Parlamentssitzung ging es aber nicht nur um Worbs Zukunft. Durch den Wechsel von Stephan Zingg in den Gemeinderat musste auch ein neuer Parlamentspräsident bestimmt werden. Philipp Juliano aus Enggistein tritt in die Fussstapfen seines Parteikollegen.

Am vergangenen 8. September hat das Worber Parlament nach der Sommerpause seine Arbeit wieder aufgenommen. Nachdem Parlamentspräsident Stephan Zingg, SVP, als Nachfolger von Karin Waber in den Gemeinderat aufgerückt ist, galt es zunächst einen neuen Parlamentsvorsteher zu bestimmen. Der Ersatzkandidat Philipp Juliano, SVP, wurde in stiller Wahl vom gesamten Parlament bestätigt. Ein steiler Einstieg für den Geschäftsinhaber der Juliano Gebäudetechnik GmbH in Enggistein, Philipp Juliano ist erst seit Frühling 2025 Mitglied des Parlaments. Die Nomination seiner Partei habe ihn sehr überrascht. Das neue Amt ist für ihn speziell und noch ungewohnt. «Die Funktion als Leiter kenne ich nur vom Beruflichen her und es ist nicht vergleichbar», so Juliano. Trotzdem will er sein Amt bis Ende Jahr so gut wie möglich umsetzen und vor allem will er ein Parlamentspräsident für alle Parteien sein.

Nicht verhandelt wurde hingegen über den vor der Sommerpause angekündigten Kredit von 500 000 Franken, um die Liquidität des Wisleparks sicherzustellen. Wie Gemeindepräsident Niklaus Gfeller mitteilte, will sich der neue Verwaltungsrat der Sportzentrum Worb AG erst einen genauen Überblick über die Finanzen verschaffen. Für etwas mehr Gesprächsstoff sorgten das Zukunftsbild und die Legislaturziele.

Zukunftsbild
Wie beim Start einer neuen Amtsdauer üblich, hat der Gemeinderat die Legislaturziele für die nächsten vier Jahre festgelegt. Dieses Jahr geschah dies im Rahmen einer Klausur, die von der Federas Beratung AG begleitet wurde. Modern, nachhaltig, aufgeschlossen, so soll sich die Gemeinde Worb laut dem Zukunftsbild 2041, mit dem die Ziele für die laufende Legislaturperiode verknüpft sind, künftig zeigen. Weiterhin wird ein moderates Bevölkerungswachstum angestrebt und die Attraktivität als Wirtschaftsstandort soll verbessert werden. Ohne weitere Investitionen in die Gewerbezonen, den Wohnungsbau und die Infrastruktur wird das nicht möglich sein. Da die Möglichkeiten der inneren Verdichtung bald ausgeschöpft sein werden, wird in Worb früher oder später wieder über die Einzonung von Bauland diskutiert werden müssen. Ebenso soll die Entsiegelung von Asphaltflächen nach dem Schwammstadtprinzip vorangetrieben und die Beschattung von öffentlichen Plätzen ausgebaut werden. Dafür ist jeweils ein Projekt pro Jahr vorgesehen. Mit dem fortschreitenden Klimawandel können solche Projekte mittlerweile nicht mehr als Luxus betrachtet werden, sondern als Notwendigkeit. Das betrifft auch die Landwirtschaft, so soll der Verbrauch von Trinkwasser für die Bewässerung der Felder während Trockenperioden bis 2029 halbiert werden. Da künftig häufiger mit Trockenperioden zu rechnen ist, wird der Trinkwasserverbrauch gesenkt werden müssen. Ein komplexes Thema, für das zusammen mit der Landwirtschaft geeignete Lösungen erarbeitet werden sollen. Die Legislaturziele zeigen in erster Linie, woher der Wind weht, die geeigneten Massnahmen müssen noch vorgelegt werden. Trotzdem hätten sich einige Parlamentarierinnen und Parlamentarier klarere und ambitioniertere Ziele gewünscht. AW

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