Verunglückter Dorfplatz!

Rüfenacht hat nun endlich sein lang ersehntes Dorfzentrum erhalten: Ein moderner Coop und eine attraktive Bäckerei mit Café werten das Dorf etwas auf. Wer in Rüfenacht wohnt, ist dafür dankbar. Missglückt ist dagegen der Dorfplatz, der ein Begegnungszentrum hätte werden sollen. Vor den zuerst erstaunten, dann verärgerten Blicken der Rüfenachterinnen und Rüfenachter entstand ein komplett versiegelter Asphaltplatz, der zusammen mit dem angrenzenden Strassenraum eine fast kompakte Asphaltwüste bildet. Da versickert kein Tröpfchen Regenwasser. An den wenigen heissen Tagne des «Sommers» 2021 schwirrte die Gluthitze über dem Asphalt und vertrieb die Menschen vom ungastlichen Platz. Der Aussenbereich des Cafés geht leider (erst) auf den abgasgeschwängerten Kreisel und bringt (noch) kein Leben auf den Dorfplatz – vielleicht nächstes Jahr. Dafür dekorieren einige nutzlose Fitnessgeräte den öden Platz. Wer wohl auf diese absonderliche Idee gekommen ist? Der Brunnen mit dem eigenen Quellwasser vom Dentenberg und die paar verlorenen Bänke am Rand des trostlosen Platzes vermögen den heute abweisenden Charakter des Platzes nicht wettzumachen. Vielleicht werden die noch kleinen, neu gepflanzten Bäume in einigen Jahren (oder Jahrzehnten?) dem Platz einen etwas ökologischeren Charakter geben.

Worb hat offensichtlich kein Geschick für die Gestaltung von einladenden und umweltfreundlichen öffentlichen Plätzen: Die Nutzung des schönen Bärenplatzes ist verunglückt, und auch der Platz im Dreiklang lädt nicht zum Verweilen ein. Dem Rüfenachter Dorfplatz droht ein gleiches Schicksal. Der Platz wurde offensichtlich über die Köpfe und die Bedürfnisse der Bevölkerung hinweg geplant. Vielleicht lässt sich ja unter Teilnahme der Rüfenachter noch etwas verbessern, auch wenn man vielleicht nochmals die Spitzhacke in die Hand nehmen muss.

Marco Jorio,
Mitglied GGR/Präsident GPK

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