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Max Egger am Worber Wirtschafts­apéro 2011. Bild: Bern-Ost

Max Egger – Tod eines grossen Worbers

Ein grosser und grossherziger Worber ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Max Egger, 30 Jahre lang in fünfter Generation Patron der Brauerei Egger, erlitt in seinem südfranzösischen Refugium in Le Garn eine Herzattacke und einen Hirnschlag. Im Berner Inselspital wurde zusätzlich eine schwere Krebskrankheit diagnostiziert. Die Abdankung fand auf dem Friedhof Worb im engen Familien- und Freundeskreis statt. Bestattet werden soll Max Egger in Le Garn.

2003 wurde Betriebsleiter und Braumeister Max Egger mit dem Worber Kulturpreis ausgezeichnet für seine jahrzehntelange grosszügige finanzielle Unterstützung des Worber Kultur- und Sportlebens. Dazu gründete und finanzierte er das Eishockey-Team Egger und das Radrenn-Team Egger. Zusammen mit dem Ex-Berner-Troubadour Markus Traber gründete er das Kleintheater «Braui», sponserte grosse Box-Meetings sowie die Berner Museumsnacht und die Worber Saalkonzerte, präsidierte das legendäre Worber Country Festival, organisierte die Worber Bundesfeiern und das Open-Air-Kino-Festival auf dem Bärenplatz.

Max Egger war auch ein Grüner vor der Zeit: Im Jahr 2011 erhielten die beiden Worber Firmen Brauerei Egger AG und KWT Kälte-Wärmetechnik AG für das mit Solarenergie produzierte Egger-Bier «Soleil» den Worber Wirtschaftspreis. Bei dieser Gelegenheit sagte mir Max Egger, grossherziger und sozialer Patron einer der grössten Worber Arbeitgeber: «Eigentlich bin ich nicht Arbeitgeber, sondern Sozialarbeiter.» Seine Ironie, sein Humor, sein Schalk, auch das machte ihn beliebt bei den Mitmenschen. Wenn man mit ihm unterwegs war, konnte man sich darüber freuen.

Als bürgerlich denkender Mensch lebte er standhaft Toleranz vor: Als Brauerei-Egger-Bier-Lastwagen auf den TV-Bildern von der grossen GSoA-Anti-Armee-Demonstration von 1989 auf dem Bundesplatz auftauchten, trug ihm dies eine Kündigungswelle von Beizen nördlich von Grosshöchstetten ein. Max Egger lakonisch: «Aui söue u dörfe mis Bier suffe.»

2016 übergab Max Egger die Geschäftsleitung seinen Söhnen Marcel und Michael, blieb aber Präsident des Verwaltungsrates und blieb – auch nach seinem Rückzug mit seiner Frau Marianne nach Südfrankreich – seinen Söhnen und dem Betrieb engstens verbunden. Er litt enorm unter dem «Shitstorm», der vor einiger Zeit  von den unsozialen und anderen Online-Medien über seine Brauerei und seine Söhne niederging. Er konnte sich aber auch freuen am guten Gedeihen des 1863 gegründeten, innovativen Worber Unternehmens sowie am Erfolg seiner Stadtberner Beizen «Café Fédéral», «Anker» und «Postgasse».

Lieber Max, Deiner Familie fehlst Du enorm. Und auch einem grossen Freundeskreis, der sich spätestens bei jedem «Maximus» dankbar erinnert an den feinen und feinfühligen Menschen und grossen Worber, der Du warst. MARTIN CHRISTEN

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