Investitionen in die Zukunft

Diese Gedanken machen wir uns alle. Je nachdem, in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden, sind diese sehr unterschiedlich. Eines bin ich mir sicher, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger überlegten sich, oder immer noch, welchen beruflichen Werdegang möchte ich bestreiten, in welche Ausbildung möchte ich Zeit und eventuell Kapital investieren, die meinen persönlichen Fähigkeiten am besten entspricht? Um sich einer dieser Herausforderungen des Lebens stellen zu können, braucht es eine solide Grundbildung mit den dazu gehörenden Infrastrukturen. Investitionen in die Bildung und deren Wirkungsstätte sind wichtige finanzielle Engagements in unsere Gesellschaft, sie sind systemrelevant!

Unser wichtigstes Kapital ist die Bildung, darauf basiert unser Wohlstand und dieses Kapital wollen wir auch zukünftigen Generationen auf den Lebensweg geben.

Durch den stetigen Wandel unserer Gesellschaft sind die Anforderungen an unsere Grundschulen enorm, nicht nur pädagogisch. Schon nur die Verpflichtung zum Angebot von Tagesschulen durch den Kanton ist für jede Gemeinde eine grosse Herausforderung.

Eine dieser grossen Herausforderungen unserer Gemeinde ist die anstehende Gesamtsanierung unseres in den Jahren 1973 bis 1975 gebauten Oberstufenzentrums Worbboden. Nach 35 Jahren intensiver Nutzung der Gebäude machten sich die ersten notwendigen Sanierungsmassnahmen bemerkbar. Vor allem die Westfassade litt unter dem starken Wettereinfluss der vergangenen Jahre. 

Aus diesen und weiteren Abnützungserscheinungen veranlasste der Gemeinderat vor 11 Jahren eine Kostenschätzung einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle sowie der Flachdächer. Diese Sanierungsmassnahmen ergaben eine Kostenschätzung von ca. 12 Mio. Diese Kosten erschienen allen Beteiligten sehr hoch und niemand riss sich darum die Sanierung anzugehen.

In den folgenden Jahren musste man 3 von 4 Flachdächern plus den Lehrerbereich sanieren. Im Jahr 2020 wurde die Schulanlage an das neue Fernwärmenetz angeschlossen. Die abgeschlossenen Energielieferverträge mussten aufgrund falscher Berechnungen neu erstellt werden. Die Wärmeverluste in den Gebäuden sind enorm und verursachen hohe Heizkosten bei total ungenügenden Raumtemperaturen in den Wintermonaten. Wasserleitungen sind am Rosten; nach den Schulferien tritt zuerst Rostwasser aus den Wasserhähnen.

Damit kein Wasser mehr in die Schulzimmer dringt, mussten Fenster der Nordfassade neu abgedichtet und festgeschraubt werden. 

Ich könnte an dieser Stelle noch viele Argumente aufzählen, plus die neue Raumaufteilung und -ausstattung für den Schulunterricht, die die Umsetzung des Lehrplans 21 unterstützen.

Fakt ist, das Vorhaben hat sich aus einer anfänglichen Gebäudehüllen-Sanierung zu einer gesamtheitlichen Sanierung des Oberstufenzentrums Worbboden entwickelt!

Diese Gesamtsanierung belastet die Investitionsrechnung mit ca. Fr. 23,3 Mio. Die Erfolgsrechnung wird durch Abschreibungen von durchschnittlich Fr. 834 000 und Kapitalkosten von rund Fr. 230 000 pro Jahr belastet. Dazu kommen noch die Kosten von Fr. 2,8 Mio. für das Schulprovisorium auf dem Turnplatz.

Dies sind Ausgaben, die die Gemeinde in dieser Höhe noch nie gemacht hat. Aber je länger wir mit der Sanierung zuwarten, umso teurer wird sie.

Für mich stellt sich nicht die Frage, ob wir als Gemeinde diese Investition in die Bildung stemmen können oder nicht. Eher frage ich mich, können wir es uns noch länger leisten diese Gesamtsanierung nicht anzugehen?

Bruno Wermuth,
Gemeinderat, Departement Bau, GLP

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