«St. hat übernachtet», schreibe ich jeweils in die Agenda. Dieses Jahr spielt er aber Katz und Maus mit mir. Mal sehe ich ihn, dann einige Tage nicht mehr. Kommt er oder kommt er nicht?
Jeden Abend warte ich wie eine Mutter, die sich um ihren Sohn sorgt: Es wird bereits dunkel, wo bleibt er?
Kürzlich traf ich einen Freund am Tramhalt Worb Dorf. Er stieg aus, ich hatte die Absicht, einzusteigen. Noch drei Minuten bis Abfahrt. Ich hatte wenig Entscheidungsspielraum, denn in Bern war ich verabredet. Es tat mir etwas leid, denn ich hätte gerne noch geschwätzt.
Die Zahnfee, der Heissluftballon und ein Zahngarten voller Wunder
Wie ihr alle wisst: Die Zahnfee ist bei Kindern ein Dauerbrenner. Kaum wackelt der erste Zahn, beginnt das Ritual. Der kleine Schatz wird sorgfältig unter das Kopfkissen gelegt, in der leisen Hoffnung, dass über Nacht die Zahnfee vorbeischwebt und eine Münze dalässt.
Verkehr und wortlose Kommunikation
Es ist Frühling, es ist Velozeit! Und das ist gut so. Denn auch wenn die verkehrstechnische Infrastruktur in Worb weit unter Amsterdamer Niveau bleibt, die Velospur hier oft einer kruden Logik folgend ins Nichts führt und dies erst noch bergauf: Mich überzeugt das Unterwegs-Sein per Fahrrad immer wieder aufs neue!
Grosis
Wenn ich in Worb einkaufen gehe oder ich im Tram sitze, begegnen mir oft Grosseltern mit ihren Grosskindern. Neuerdings höre ich genau hin, wie die Grosskinder ihre Grosseltern ansprechen. Warum? Darum: Grosi kennt ihr, oder?
Blindheit
Unter Blindheit versteht man die ausgeprägteste Form einer Sehbehinderung.
Lange habe ich das Thema nur zur Kenntnis genommen, ohne weitere Gedanken. Menschen in der Stadt mit weissen Stöcken oder mit einem Blindenhund sowie die akustischen Signale an Fussgängerstreifen beeindruckten mich kaum.
Tschüss zusammen!
Als ich vor etwas mehr als fünf Jahren meine erste Randnotiz für die Worber Post schrieb, befanden wir uns gerade in den allerersten Lockerungsmassnahmen nach dem Lockdown! Unglaublich, nicht wahr, wie die Zeit vergeht. Ich habe mich damals über die «Dame mit heruntergezogener Maske» im Grossverteiler ergeuschteret, ein treffenderes Wort finde ich gerade nicht dafür.
Zu spät…
Meine leichtsinnig ausgesprochene Zusage, eine Randnotiz für die Worber Post zu schreiben, bereuend, sitze ich, kurz vor Redaktionsschluss, vor dem Rechner – suche verkrampft nach Ideen, nach einem Wurf, einer Eingebung – und finde nur Zerstreuung.
Liebe Nachbarn
Letzthin lag ich im Bett und war gerade so bequem und im Begriff in den Schlaf zu kippen. Dann haben sich meine Nachbarn von ihrem Besuch verabschiedet, beim Auto. Ich muss dazu sagen, wenn mal Ruhe im Quartier ist, dann ist wirklich Ruhe und man hört die Mäuse husten.
Zeit
Die Zeit – ein Leben zwischen Stillstand und Geschwindigkeit.
Ich schweife zurück in meine Jugendzeit. Eine Uhr am Handgelenk? Fehlanzeige. Erst nach der Konfirmation bekam ich eine, ein Geschenk meines Göttis. Aber was bedeutete mir die Zeit damals? Ich versuche mich zu erinnern.