Das Schleichende verfälscht unsere Wahrnehmung

Das permanente Online sein, verfälscht unsere Wahrnehmung. Die wenigsten von uns haben die Fähigkeit, die aktuelle Informationsflut, Produkteflut und Konsumflut noch zu kanalisieren. Diese schleichende Flut verursacht, dass wir uns mehr und mehr machtlos fühlen. Lassen Sie mich dies an einigen Beispielen erklären und wie wir uns evtl. dagegenstellen können.

Bevölkerungswachstum in Worb
Die Bevölkerung ist in Worb seit 1980 um 548 (5 %) Personen gewachsen. Pro Jahr sind das nur 14 Personen oder 0,12 %. Was haben Sie festgestellt; mehr oder weniger? Sie haben wahrgenommen, dass es mehr Personen sind; stimmts? Weshalb dieser Irrtum? Die rege Bautätigkeit in den letzten Jahren hat uns suggerieren lassen, dass Worb viel stärker wächst. Dem ist nicht so.

Steigen des Meeresspiegels
Der Meeresspiegel ist im Zeitraum von 1870 bis 2004 um 19 cm angestiegen. Pro Jahr also um 1.4 mm. Dieser Wert ist doch vernachlässigbar denken viele von uns. Auf ein Jahr gesehen schon, aber auf die nächsten 100 Jahre gesehen eben nicht mehr. Und das Meer ist ja weit weg. Aber fragen Sie mal die Holländer, denen steht das Wasser in Zukunft bis zum Hals.

Steigen des Freizeitwohlstandes in Worb
Worb ist eine «all in one» Gemeinde. In Worb hast Du alles und kriegst auch alles. Wir haben eine Badi, eine Eishalle, eine Curlinghalle, ein Restaurant, ein Fitnesscenter, ein Fussballfeld mit Kunstrasen usw. Und das alles ist von der Gemeinde finanziert. Zur ausdrücklichen Vollkommenheit fehlt Worb wohl nur noch ein Hallenbad. Aber warten wir mal ab. Die Erfüllung dieses Wohlstandes ist schleichend gekommen. Wenn es nicht ins Budget gepasst hat, so wurde gedrückt und geklopft, bis es dann später gepasst hat. Die Ausgaben der Gemeinde steigen schleichend an – und so auch der Steuerfuss. Wie lange können wir uns eine solche schleichende Wohlstandszunahme noch leisten?
Das Schleichende in diesen Beispielen zeigt, dass Zustände verharmlost und oder verschoben werden. Die Dringlichkeit einer Änderung ist nicht mehr gegeben, also kann es nicht schlimm sein.

Fazit zu diesen schleichenden Beispielen
Wir nehmen das Schleichende gar nicht mehr wahr. Die laufende Informationsflut hat uns schleichend zugemüllt und abstumpfen lassen. Wir müssen wieder lernen, «Wichtige und dringende Aktivitäten» an die Hand zu nehmen und danach zu handeln. (wie z.B. die Reduktion des CO2, Verzicht auf das permanente Fordern von Überflüssigem). Wir müssen bereit sein das «Schleichende» zu eliminieren und uns auf das Notwendige zu konzentrieren. Es ist nie zu spät, aber denken Sie daran, wenn SIE keinen Wandel einleiten, die Natur wird uns diese Korrekturen aufzwingen. «TUN WIR ES JETZT!» 

NIKLAUS SÄGESSER
Freigeist und Kolumnenschreiber 

Beitrag teilen:

Aktuelle Beiträge

Am 7. September 2026 hat das Worber Parlament die Anpassung der Nutzungsplanung für das Areal der ehemaligen Haushaltungsschule Sonnhalde einstimmig angenommen. Christoph Jacoby, Präsident der Wohnbaugenossenschaft Sonnhalde, freut sich nun nach der langen Vorbereitungszeit an die Umsetzung gehen zu

In den letzten Jahren konnte die Finanzabteilung der Gemeinde Worb jeweils positivere Rechnungsabschlüsse vorlegen als prognostiziert. So glänzte die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn von rund 668 000 Franken statt einem budgetierten Verlust von rund 443 000 Franken. Damit dürfte jetzt Schluss

Das Wisle-Beizli blickt auf die erste Saison unter externer Führung zurück. Obwohl die neue Lösung finanziell als Erfolg gewertet wird, wird der Pachtvertrag für die Wintersaison nicht erneuert. Im Wisle-Beizli wird in der Wintersaison wie im Vorjahr ein reduziertes Gastroangebot