Einkaufen in Worb

Leider müssen wir feststellen, dass in den letzten Jahren die kleinen Geschäfte immer weniger werden. Wo geht die Reise hin mit der Eisenwarenhandlung «Rüfenacht»? Ein Spezialgeschäft, das über Worb hinaus bekannt ist! Wie steht es um das beliebte Reformhaus «gsund & gnuss»? 

Wo sind Metzgerei, Käserei oder Papeterie? Diese sind aus unserem Dorf verschwunden. Für was haben wir im Zonenplan der Gemeinde Worb eine Kernzone errichtet? In dieser Zone wird den Hausbesitzern vorgeschrieben im Erdgeschoss hin zur Hauptstrasse, Bahnhofstrasse und Bernstrasse, Raum für Ladenlokale zu schaffen. Was ist mit diesen Räumen geschehen? Vermutlich scheitern Ladeneröffnungen am zu hohen Preis! Architekturbüros, Versicherungen und Agenturen haben die leerstehenden Räume belegt. Einkaufen findet nur noch in den gros­sen Einkaufslokalen von Migros, Denner, Coop und Aldi statt. Sie decken einen grossen Teil unseres täglichen Bedarfs ab.

Spezialitätenangebote werden jedoch nur noch von ganz wenigen aufrechterhalten. Drogerie, Apotheke, Bijouterien, Bäcker, Blumenladen, diese gibt es noch. Zum Glück auch den Markt am Samstag auf dem Bärenplatz oder jeden letzten Freitag im Monat auf dem Dorfplatz in Rüfenacht sowie den Gemüsebauer aus Richigen, der am Dienstag vis-à-vis von Coop an der Hauptstrasse seine frische Ware anbietet. Neu sind auch «Rüedu» und viele von Bauern auf unserem Gemeindegebiet betriebene Hofläden. Was allen gemeinsam ist, sie brauchen Kundschaft! Leute, die bei ihnen einkaufen, denn so können wir die Vielfalt erhalten! Leider ist die Vernetzung der verschiedenen Anbieter nicht mehr gegeben. Zu Fuss einkaufen ist in Worb eine sportliche Herausforderung.  Kürzlich habe ich im nahen Ausland ein interessantes, in südlichen Ländern altbewährtes Modell gesehen, die Markthallen! Hier kommen alle zusammen an einem Ort, Spezialitäten, Angebote und Artikel fürs tägliche Leben. Warum nicht in Worb? Einen Ort schaffen, an dem alle an einem oder zwei Tagen ihre Ware anbieten. Eine Vernetzung würde stattfinden und es gäbe erst noch einen Treffpunkt für den so wichtigen sozialen Umgang der Menschen untereinander.

Was macht eigentlich unser Gemeinderat diesbezüglich? Die Ortsmarketingkommission wurde zu Grabe getragen und nur «reden mit dem Gewerbe» reicht ja sicher auch nicht aus! Gemeinde und Gewerbeverein müssen neu denken.

Und letztendlich muss die Bevölkerung von Worb auch mitmachen und wieder vermehrt in Worb einkaufen. Wer kann schon sicher sein, dass in Zukunft alles per Internet verfügbar ist!

Wirth-Alfred-2020-10-21

Alfred Wirth, 
GGR-Mitglied und Planungskommission

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