«Es hat mich gefreut»

Mit diesen Worten pflegte der österreichische Kaiser Franz Joseph sich von einer Veranstaltung zu verabschieden, die ihm gefallen hat. Mit den gleichen Worten verabschiede ich mich nun aus dem Worber Parlament. Während gut elf Jahren als Parlamentarier, fast ebenso lang als Mitglied der GPK, die ich zweimal zwei Jahre präsidieren durfte, hatte ich das Privileg, aktiv an der Entwicklung unserer Gemeinde mitzuwirken. Vieles hat sich geändert, vieles nicht. Die Aufgaben sind immer noch die gleichen: den Worber Einwohnerinnen und Einwohnern eine gute Infrastruktur bieten. Die Sorgen auch: Was können wir uns finanziell leisten? Die Finanzen waren und sind ein Dauerthema. Immerhin konnten einige grosse und kleine Projekte realisiert oder eingeleitet werden. Denken wir an die Sanierung des Worbbodens – ein Riesenbrocken für unsere Gemeinde.
Etwas hat mir besonders gefallen: gegenseitiger Respekt. Zwar war man oft nicht gleicher Meinung. Es wurde hart um Lösungen gerungen. Die Argumente flogen hin und her. Doch bei allen Gegensätzlichkeiten blieb der Ton anständig. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Diskussion je entgleiste. Dasselbe Bild in der GPK: Die gemeinsame Verantwortung für die Gemeinde stand stets im Vordergrund. Als Mitglied zuerst der kleinen glp-Fraktion, dann seit der kräftig gestärkten, gemeinsamen glp/Mitte-Fraktion, konnten wir viel erreichen, gerade weil wir oft das Zünglein an der Waage zwischen links und rechts waren. Eine komfortable Position!
Aber nicht alles glückte, was ich gerne erreicht hätte. So bleibt das Miliz-Parlament gegenüber der halbprofessionellen Exekutive und der professionellen Gemeindeverwaltung in einer schwachen Position. Die parlamentarischen Kontroll- und Einflussmöglichkeiten sind sehr minim und kommen nicht über gelegentliche Machtdemonstrationen und symbolische Gesten hinaus. Das Parlament hat meines Erachtens anlässlich der Erarbeitung der neuen Gemeindeordnung die Chance verpasst, die bestehenden Instrumente zu schärfen. Eine zweite ernüchternde Einsicht: Die Gemeindeautonomie wird durch die übergeordneten Instanzen Kanton und Bund laufend ausgehöhlt. Die Gemeinde kann noch über Bauinvestitionen und Infrastruktur beschliessen. Die grossen Brocken – Soziales und Schule – sind dem Gestaltungsspielraum weitegehend entzogen. Die Gemeinden zahlen – der Kanton befiehlt. Wie oft müssen wir hören: «Nichts zu machen – übergeordnetes Recht.»
Alles in allem waren es lehrreiche, spannende und herausfordernde Jahre. Ich danke allen Mitparlamentarierinnen und Mitparlamentariern, allen voran der glp/Mitte-Fraktion, für ihre Kollegialität, und den Mitgliedern des Gemeinderats sowie der Verwaltung, die immer bereitwillig zur Verfügung standen und Auskunft gaben. Ich bin zuversichtlich, dass das Parlament auch weiterhin konstruktiv die Zukunft unserer Gemeinde gestalten wird. Und meiner Fraktion wünsche ich viel Erfolg und hoffentlich weiteren Zuwachs. Macht weiter so!

Marco Jorio,
Mitglied Parlament und GPK i.R. 
(ab 1.1.2026)

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