Wetterkapriolen

In den vergangenen Monaten Mai und Juni dominierten die Wetterverhältnisse unsere täglichen Gespräche. Die Badeanstalt war oft menschenleer, nur einige Jugendliche tollten kreischend am Wasserbecken. Vor dem Tearoom blieben die Tische leer. Die Worble plätscherte majestätisch dahin, und ihr Wasserstand war beeindruckend hoch. Das neue Schirmgeschäft konnte sich über stetig steigende Umsätze freuen. So präsentierten sich die meisten Tage. Überraschenderweise beschenkten uns März und Juli / August  teilweise mit sommerlicher Hitze. Das Wetter spielt eben manchmal verrückt.

Letztes Wochenende stiess ich im Keller auf ein altes Fotoalbum. Beim Durchblättern fiel mir auf, dass auch früher schon das Wetter Kapriolen schlug, ähnlich wie heute. Ich erinnere mich zurück an das Jahr 1947, als monatelang eine unerträgliche Hitze herrschte. Damals war ich noch ein kleiner Junge, aber die Erinnerungen sind lebendig geblieben. Unser Haus verfügte über eine eigene Quelle, die jedoch während der langen Trockenheit vollständig versiegte. Kein Tropfen Wasser im Haus, wir mussten mit Milchkesseln Wasser bei den Nachbarn holen. Auch die Landwirtschaft litt; viele Bauern mussten aufgrund des Wassermangels ihre Kühe notverkaufen. Einige Jahre später, im Winter 1962/63, erlebten wir eine extrem kalte Bise, begleitet von viel Schnee. Brunnen und Wasserleitungen froren über Monate hinweg ein. In Zürich freute man sich jedoch, der See war dick zugefroren und tausende Menschen tummelten sich auf dem Eis. Ein weiteres Foto zeigt die 50er Jahre, als am 1. Mai Schneepflüge die Strassen im Oberaargau räumten. Sie sehen, das Wetter schlug auch früher Kapriolen.

Nun, in wenigen Tagen, dürfen wir hoffentlich die herbstliche Stimmung geniessen. Die Natur wird sich in eine reiche Palette von Farben hüllen – von leuchtendem Orange über tiefes Rot bis hin zu goldenem Gelb. Diese Farben verleihen der Landschaft rund um Worb eine gemütliche Atmosphäre. Besonders faszinierend finde ich bei herbstlichen Spaziergängen das Rascheln von trockenem Laub unter den Füssen, das Knacken von Ästen und das Zwitschern der Vögel, die sich auf den Winter vorbereiten.

Ich hoffe, dass der kommende Herbst uns alle mit einem farbenprächtigen und gemütlichen «Indian Summer» überrascht. Die früher einsetzende Dunkelheit lädt dazu ein, es sich zu Hause gemütlich zu machen – vielleicht mit einem guten Glas Wein. Prosit auf den kommenden Herbst!

Folgerung:
Das Wetter mag verrücktspielen, doch es ist ein ständiger Begleiter unseres Alltags, der unser Leben auf vielfältige Weise beeinflusst. Rückblicke zeigen, dass extreme Wetterlagen keine neue Erscheinung sind. Sie erinnern uns daran, wie sehr wir von den Launen der Natur abhängig sind. Doch ebenso bieten uns diese Wetterphasen die Möglichkeit, die Schönheit und Vielfalt der Jahreszeiten in all ihren Facetten zu erleben.

HansBeck

HANS BECK

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