Worb ohne Strom?

Die drohende Strommangellage hat auch die Worber Politik erreicht. Gleich drei Parteien haben an der September-Sitzung des GGR vom Gemeinderat erfahren wollen, wie er bei Stromknappheit handeln will. Auch unsere Fraktion hat in einer Interpellation Fragen dazu gestellt. Die Antworten des Gemeinderats lagen bereits an der GGR-Sitzung von letzter Woche vor. Sie sind gar wolkig ausgefallen. Einige Informationen hat der Gemeinderat aber doch preisgegeben. So wissen wir nun, dass die Feuerwehr und der Zivilschutz ihre Planungen für ausserordentliche Lagen überprüft haben und einsatzbereit sind. Tröstlich ist auch, dass sie über Notstromanlagen verfügen, nicht aber die Schulen, der Werkhof und die Gemeindeverwaltung. Bei einem (unwahrscheinlichen) totalen Blackout müssten daher diese letztgenannten Institutionen ihre Tätigkeit einstellen; bei stundenweisen Stromunterbrüchen könnten sie aber reduziert weiter funktionieren. Auch bei der Wasserversorgung bestehen Konzepte für die Versorgung in Notlagen. Ob alle die angeblich krisenfesten Dienste schon mal einen längeren Stromausfall geübt haben, wissen wir nicht, auch nicht, ob die Abwasserentsorgung noch funktionieren würde. Man stelle sich vor, wie es ohne funktionierende Kanalisation und ARA in den Wohnungen aussieht (und riecht…). Klar ist hingegen, dass der Notfalltreffpunkt im Oberstufenzentrum Worbboden sein wird. Wozu der dient, sagt der Gemeinderat aber nicht. Offensichtich gibt es auch einen (kommunalen?) Krisenstab im Worbboden. Warum dieser die normalen Arbeitsräume verlässt, ist auch nicht klar. Ärgerlich in dieser dürftigen Kommunikationspolitik ist vor allem, dass der Gemeinderat nach seinen eigenen Angaben am 19. September einen «umfangreichen Massnahmenkatalog» beschlossen hat, von dem aber die Öffentlichkeit offenbar nichts wissen darf, nicht einmal auszugsweise. Da wäre mehr Transparenz sehr erwünscht. Überzeugend ist jedenfalls bis jetzt die Kommunikation des Gemeinderats im Hinblick auf eine Krisensituation nicht. Da muss noch einiges besser werden.

Jorio Marco

Marco Jorio,
Mitglied GGR und Präsident GPK

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