Worber Frauen

«This is a man’s world but it would be nothing without a woman», singt James Brown. Gerne möchte ich diese Randnotiz zum Anlass nehmen, um über die 52 % der Worber Bevölkerung zu schreiben: die Frauen. Trotz patriarchalen Strukturen und Diskriminierung haben Frauen schon früher Wege gefunden, sich zu organisieren und Grosses zu leisten. 

So wurde um 1951 der Frauenverein in Worb gegründet, der heute über 600 Mitglieder zählt und sich vielseitig in Worb einsetzt. Der Verein unterstützt Frauen, Familien, Jugendliche und Kinder, leitet die Caféteria der Altersbetreuung Vechigen/Worb, führt die Brockenstube, macht Spital- und Heimbesuche, veranstaltet verschiedenste Aktivitäten und organisiert die allgemein bekannte «Börse». 

Weiter wichtig ist der interkulturelle Treff für Frauen, der besonders Arbeit im Bereich der Unterstützung von Frauen mit Migrationshintergrund leistet und einen Platz für interkulturellen Austausch und Vernetzung bietet.

Auch die «Femina Kickers Worb», der schweizweit grösste unabhängige Frauenfussballverein mit rund 140 Mitgliedern, liegt vielen Worberinnen am Herzen. Das Fussballspielen im Club ist für zahlreiche Mädchen und junge Frauen in Worb ein zentraler Teil ihrer Freizeit.

Erst letztens erfuhr ich durch Zufall von Hedwig Gfeller. Die Kirchenmusikerin gründete 1976 auf eine Anfrage aus der Politik hin die Musikschule Worblental Kiesental. Sie wurde dabei von einer Gruppe Musiklehrpersonen, unter diesen viele Frauen, unterstützt und war bis 2004 die erste Schulleiterin der Musikschule.

Obwohl tatsächlich etwas mehr Frauen als Männer in Worb leben, sind diese nicht repräsentativ in unserer Gemeindepolitik vertreten. Unser Grosser Gemeinderat besteht zu gerade mal 27,5 % aus Frauen, was verglichen mit den 52 % in der Bevölkerung wirklich keine gute Bilanz ist. Der Versuch einer Erläuterung der vielzähligen Gründe für diesen Missstand würde den Rahmen dieser Randnotiz sprengen. Generell wünsche ich mir aber, dass der Spruch «etwas wie ein Mädchen zu machen», bestärkend und nicht abwertend (oder gar nicht mehr) verwendet wird, dass Frauen keine Benachteiligung am Arbeitsplatz und in der Familie(nplanung) sowie keine Übergriffigkeiten auf der Strasse mehr erleben müssen. Und, dass bei den nächsten Wahlen viele Frauen kandidieren und gewählt werden.

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PAULA GÜNTHER

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