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Frisch restauriert – die Grabplatte von Christoph von Graffenried III. Bild: S. Mathys

Worber Geschichte: Grabplatte restauriert

Am 26. August wurde die Grabplatte von Christoph von Graffenried III, «der Amerikaner» genannt, nach Worb rückgeführt und mit einer kleinen Feier gewürdigt. Nach umfassenden Restaurationsarbeiten, die über ein Jahr dauerten, steht das Grabmal wieder an seinem Platz bei der reformierten Kirche Worb.

Einst schmückten die Sandsteingrabplatten der Schlossherren von Worb den Chor der reformierten Kirche, bis sie 1983/84 nach einer umfassenden Archäologischen Grabung einer Bodenheizung weichen mussten und unter einem Schutzdach bei der reformierten Kirche angebracht wurden.

Am 27. Mai 2021 wurde die rund eine Tonne schwere Grabplatte von Christoph III von Graffenried, gemeinhin als «der Amerikaner» bekannt, abtransportiert und ins Restaurationsatelier von Josef Ineichen nach Rupperswil gebracht. Wie Aloys von Graffenried aus Biglen, Mitinitiator der Restauration, ausführt, wurden umfangreiche Restaurationsarbeiten an dem Grabmal durchgeführt, das 1759 errichtet worden ist. So wurden nach dem langen Trocknungsprozess und der Oberflächenreinigung unter anderem Fehlstellen aufgefüllt, Wappen und Ornamentik ergänzt, die Bemalung erneuert sowie fehlende Buchstaben bei der Inschrift ergänzt und nachvergoldet. «Das war besonders schwierig, weil man nicht mehr wusste, was da einmal stand», so Aloys von Graffenried. Die Inschrift musste unter Einbezug von Sprachexpertinnen rekonstruiert werden. 

Christoph von Graffenried III (1661–1743) würde man nach heutigen Massstäben als schillernde Persönlichkeit umschreiben. 1710 führte er eine Auswanderergruppe in die Neue Welt und war an der Gründung von New Bern im heutigen North Carolina in Amerika beteiligt. Als das Unternehmen in einem Desaster endete, kehrte er 1713 mittellos nach Worb zurück. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters Anton 1730 die Herrschaft von Worb, obwohl dieser seinen Enkel Franz Anton, den Sohn Christophs III, als Erben eingesetzt hatte. Daraus entstand ein jahrelanger Familienstreit, der unter anderem dazu führte, dass Sohn Franz Anton 1734 das Neuschloss erbauen liess. Wegen seines unsteten Lebenswandels und Misswirtschaft wurde Christoph III im Jahr 1740 bevormundet. Die Grabplatte erzählt also von einem bewegten Leben und kann nun wieder in Worb bewundert werden. AW

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