Vis-à-vis mit Mone Wenk, Hut-Macherin

Mone Wenk ist Hutmacherin – aber sie ist nicht nur Hutmacherin, sondern allgemein eine Macherin. Eine beeindruckende Persönlichkeit, die viel gearbeitet hat, um ihre Leidenschaft leben zu können: Hüte, Kleider und andere Besonderheiten machen. Mone empfängt mich in ihrem Laden, Atelier und Wohnhaus, das sie, zusammen mit ihrem Mann, seit 16 Jahren belebt. Wir tauchen ein in eine faszinierende Welt aus Rohlingen, Stoffen, Werkzeugen, Hüten, zauberhaften Einzelstücken und einem grossen Wissensschatz und Können, das sich Mone grösstenteils selbst beigebracht hat. 
«Meine Mutter war Schneiderin und so bin ich schon sehr früh mit der Nähmaschine und verschiedensten Stoffen in Berührung gekommen. Immer wenn ich konnte, habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und habe genäht. Dabei hatte ich meine ganz eigenen Ideen, wie das sein soll. Mir war sehr bald klar, dass ich Hutmacherin werden wollte. Als es dann darum ging, eine Lehrstelle zu finden, habe ich mich in Ittigen bei Bally beworben als Lehrtochter. Damals war aber grad eine schwierige Zeit und Bally hat keine neue Lehrstelle angeboten. Somit habe ich etwas anderes gemacht: Ich habe die Lehre im Verkauf bei der Papeterie Aeschbacher, der heutigen Schmökerei, gemacht. Nichtsdestotrotz blieb mein Traum bestehen und ich habe mir nach und nach das Handwerk der Hutmacherin selbst beigebracht. Ich bin sehr früh Mutter geworden und war vorerst Hausfrau und habe mir dann die Zeit genommen allerlei Verschiedenes zu nähen. 1983 habe ich zum ersten Mal an einem Markt teilgenommen, am Handwerkermärit beim Münster in Bern. Immer mal wieder habe ich tolle Kurse und Weiterbildungen besucht bei Hutmacherinnen, um à jour zu bleiben und Neues zu erlernen. Damit ich meine Leidenschaft leben konnte, habe ich nebenbei Teilzeit gearbeitet, als meine Kinder dann grösser waren. Jahrelang habe ich beim Blutspendedienst als Fahrerin gearbeitet und ab und zu im Service in der Braui, wenn mal jemand gebraucht wurde, manchmal auch auf dem Friedhof mit Gartenarbeit. Der Job als Fahrerin fand jeweils nachts statt. Später, als ich nicht mehr fahren mochte, habe ich im Labor im Blutspendedienst eine neue Aufgabe gefunden: Ich habe diverse Arbeiten erledigt, unter anderem auch Blut archiviert und diverse andere Labortätigkeiten.
Auf die Frage, ob sie auch selber Hüte trage, erzählt mir Mone, dass sie eigentlich nie ohne Hut aus dem Haus geht. Selten einmal kann es passieren, dass man sie irgendwo ohne Kopfbedeckung antrifft. «Ich trage keinen Schmuck, keine Uhr und mag ganz gerne schwarze Kleidung. Mit einem ausgewählten Hut oder einer besonderen, selberkreierten Jacke setze ich klare Akzente, die auch meinem Tagesgefühl Ausdruck verleihen. Für mich haben Tage Farben und nicht jede Farbe oder Form passt jeden Tag. Wenn man in den Spiegel schaut, weiss man eigentlich genau, was gerade passt. 
Worb hat sich sehr verändert, seit ich wieder hierher zurückgekommen bin. Viele Läden und Restaurants gibt es inzwischen nicht mehr oder haben zu kämpfen. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen von ausserhalb. Menschen aus Zürich, Basel und noch weiter finden den Weg in unseren Laden und unsere Ateliers. Manche wertvollen Bekanntschaften knüpfen wir jeweils, wenn wir auf Ausstellungen oder Märkten unterwegs sind. Manchmal treffe ich jemanden mit einem Hut von mir, der schon 20 Jahre alt oder auch älter ist, das sind schon sehr besondere und schöne Momente. Nach wie vor habe ich viele Ideen, oftmals entstehen sie auch während der Arbeit. Und mein Mann und ich, er ist Keramiker, ergänzen uns oft und finden uns in den jeweiligen kreativen Prozessen, in dem der einzelne gerade steckt, wieder. 
Jeder Mensch hat ein Hutgesicht, für jeden Typen gibt es den richtigen Hut oder Mütze. Mein Ziel ist es, vielen Menschen – Jung und Alt – mit meinen Kreationen Freude zu bereiten, und da mir Nachhaltigkeit ein Anliegen ist, freue ich mich, wenn die Stücke lange getragen werden können. Ich liebe es, kreativ zu sein, das ist mein Leben. Die Ideen, die ich habe, würden sicher für drei ganze Leben reichen.
Wir freuen uns immer über Besuch und Interessierte in unserem Laden an der Bollstrasse 7 in Worb und mehr zu meiner Person findet man auf meiner Website www.monewenk.ch

Aufgezeichnet von
RAHEL VON DER DECKEN

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